Die FPÖ-Frauen wollen "genderfreies Jahr"

Die FPÖ zeigt wieder einmal, wie rückständige Frauenpolitik aussehen kann.

Während alle anderen am gestrigen Frauentag damit beschäftigt waren, sich zu fragen, wie Frauen in diesem Land mehr Rechte bekommen können, hat die FPÖ sich gefragt, wie wir uns wieder Richtung Vergangenheit bewegen können.

Konkret haben die FPÖ-Frauen gestern das "genderfreie Jahr" ausgerufen. Die FPÖ-Frauensprecherin und IFF-Bundesvorsitzende NAbg. Carmen Schimanek hat das gemeinsam mit anderen FPÖ-Politikerinnen bei einer Pressekonferenz angekündigt.

Das Binnen-I polarisiert


Die Forderungen: Abschaffung des Binnen-I in der Verwaltung und in allen Gesetzen, Wiederherstellung der österreichischen Bundeshymne in ursprünglicher Form, Beseitigung der geschlechtergerechten Schreibweise (mittels Schrägstrichs, Binnen-I etc.) aus allen Schulbüchern.

Dabei zeigt eine aktuelle Studie deutlich: Kinder, die die männliche und weibliche Berufsbezeichnung vorgelesen bekommen, trauen sich eher zu, typisch männliche Berufe zu ergreifen, als jene, denen nur die männliche Pluralform vorgelesen bekommen. Das ist in männlichen Domänen wie Technik, Naturwissenschaft, Mathematik oder Informatik wichtig, die als wertvoll und gut bezahlt wahrgenommen werden und noch immer selten von Mädchen ergriffen werden.

Sprache beeinflusst unser Denken


Trotzdem betont die FPÖ-Frauensprecherin: „Die Blüten, die der Genderwahn treibt, sind haarsträubend. Hier gilt es einen Kontrapunkt zu setzen. Es ist an der Zeit, gegen dieses ideologisch-künstliche Konstrukt der geschlechtergerechten Schreibweise Widerstand zu leisten. Frauen haben ganz andere Sorgen als ein Binnen-I."

Ja, Frauen haben ganz viele andere Sorgen. Doch solange sie nicht in der Sprache, die unser Denken und unser Handeln maßgeblich beeinflusst, gleichberechtigt sind, werden sie es auch in anderen Bereichen nicht sein. Und da sich die FPÖ auch gegen Frauenquoten stark macht, könnten wir bei einer "Frauen"politik der FPÖ wohl noch lange auf echte Gleichstellung warten.

Aktuell