Die ewige Streitfrage ums Eigenheim

In ein Eigenheim zu investieren ist nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch der Lebensumstände. Es ist auch nicht immer die günstigere Variante.

Die ewige Streitfrage ums Eigenheim

Mieten oder kaufen: Über kaum ein Thema wird in unserem Freundeskreis hitziger diskutiert. Da prallen Glaubenssätze aufeinander, da wird vorgerechnet, mit der Geldanlage argumentiert, ja, da kann es schon mal lauter werden. Denn jede'r ist persönlich betroffen. Ich für meinen Teil bin ­begeisterte Mieterin. Das hat einen einfachen Grund: Ich wohne gerne in einer schönen Wiener Gegend mit genügend Platz und Garten. Würde ich eine vergleichbare Wohnung kaufen, wäre das eine extrem hohe finanzielle Belastung. Da bliebe weder ein Notgroschen übrig noch könnte ich mir ein bisschen Luxus wie einen schönen Urlaub oder einmal ein teureres Handtäschchen leisten. Da ginge wirklich alles für die Wohnung drauf. Zugegeben, ich wohne schon recht lange in der Wohnung und zahle eine für die Lage recht günstige Miete. Das macht die Entscheidung leichter.

Dennoch werden wir von überzeugten Eigentumsbesitzer*innen immer wieder gefragt, warum wir nicht doch eine Wohnung kaufen. Das Argument ist immer dasselbe: Das Geld, das wir monatlich ausgeben, gehört dem Vermieter und ist somit verloren. Ja, das stimmt natürlich. Ich bin auch der Ansicht, dass Immobilien eine gute Veranlagung sind, vor allem in Niedrigzinsphasen. Aber es macht einen großen Unterschied, ob man eine Immobilie aus Anlagegründen kauft oder selbst darin wohnen muss.

Viele Parameter

Eigentumsanwärter*innen sei gesagt, dass eine Entscheidung nicht so simpel ist, weil viele Faktoren eine Rolle spielen – etwa die Zinsen, die die Bank bekommt, und die Nebenkosten beim Erwerb (rund zehn Prozent des Kaufpreises). Zudem fallen Instandhaltungskosten an. Freunde von mir traf das erst kürzlich: Da war eine Dachsanierung des Mehrparteien­hauses notwendig, und mit einem Schlag mussten sie eine fünfstellige Summe berappen. Das tat weh.


Und nicht jedes Eigentum steigt im Wert – auch dafür gibt es in meinem Freundeskreis mehr als ein Beispiel. Wer es objektiv angehen will, kann den Kauf-Miet-Indikator zurate ziehen: Der gibt an, wie viele Jahresmieten für den Kauf derselben Immobilie notwendig wären. Ein Wert über 20 spricht eher fürs Mieten.

 

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