Die Erzählung dieser Mutter erinnert uns, abgekämpfte Eltern nicht zu verurteilen

Wie viel schöner die Welt doch wäre, wenn wir unseren Alltag nicht mit unsinnigen Verurteilungen verbringen würden.

Es ist nur eine kurze Erzählung von einem Familientripp zum Supermarkt, doch der Facebook-Eintrag von Aly Brothers hat einen Nerv getroffen. 53.000 Likes und 20.000 Shares hat er schon, denn er beschreibt ein Gefühl, das viele Elternteile kennen: Verurteilung. An Tagen, an denen man sich einfach überfordert fühlt, hat man das Gefühl, sein Leben nicht unter Kontrolle zu haben, und beurteilende Blicke sind dann das letzte, was man brauchen kann. Er aufmunterndes Lächeln gibt in solchen Situationen schon so viel.

Brothers hat einen besonders schrecklichen, dafür aber umso realistischeren Tag als Mutter beschrieben. Damit will sie andere Mütter aufmuntern - und Leute dazu motivieren, sich öfter mal etwas Nettes zu sagen.

"Das ist Mutterschaft.

Keine Instagram-Filter, keine gute Beleuchtung, kein neuer Lippenstift. Mein Haar ist durcheinander und nass vom Regen, und das Make-Up von gestern klebt mir noch im Gesicht, da ich zu müde war, um es abzuwaschen. Mutterschaft ist hart, und alleinerziehende Mutter zu sein, noch härter. Die Tränen haben an der Kasse des Geschäfts angefangen, und den ganzen Nachhauseweg angedauert. Sie haben sich auf meinen ältesten Sohn am Rücksitz übertragen, da er seine Mama nicht gerne weinen sieht.

Das Verhalten meiner zwei blonden, blauäugigen, engelhaften Kleinkinder war heute weit davon entfernt, engelhaft zu sein. Heute morgen ging uns die Milch aus und die beiden leben praktisch von Schokolademilch. Der Kleinere hat quasi die gesamte Zeit im Geschäft geweint. Er wollte nicht im Wagerl sitzen, er wollte nicht angeschnallt sein, er wollte keine Lebensmittel auf seinem Schoß haben. Er wurde wütend und hat angefangen seinen Schuh, meine Geldbörse und die drei Lebensmittel, die auf seinen Schoß gepasst haben, herumzuwerfen. Die Leute haben gestarrt, aber das war mir noch egal. Mein Dreijähriger wollte Superman sein und auf dem Wagerl stehen. Ich sagte, es wäre okay, aber es soll sich anhalten und gerade stehen. Er tat es nicht, er fiel rückwärts herunter und stieß aufgeschlichtete Produkte um. Er lehnte sich zurück und stieß mit einem Passanten zusammen. Danach durfte er nicht mehr auf das Wagerl, also lief er voraus und öffnete alle Türen der Gefrierfächer und erzählte, was er alles haben wollte. Ich hab versucht, das unter Kontrolle zu bekommen. Hinter mir wurde eine Dame sehr ungeduldig, weil sie in die andere Richtung vorbeigehen wollte und sah mich einfach nur genervt an. Dann haben meine Jungs die Ballons entdeckt. Und sie lieben Ballons. Aber sie wollten einen dieser riesigen, teuren Ballons, um 8 Euro das Stück. Also haben wir einen Kompromiss geschlossen, und entschieden, dass sie einen bekommen, den sie teilen. Damit waren sie einverstanden, aber sobald wir and er Kasse waren, hatten sie das schon wieder vergesen und Teilen war keine Option mehr. Der Jüngere fing an, Knöpfe an einer Kartenmaschine zu drücken und der Ältere sammelte alle Süßigkeiten ein, die er gerne hätte. Die Leute hinter mir haben mich angestarrt, die Kassierin hat mich angestarrt, alle Augen waren auf mir, als würden sie sich denken "sie kann ihre eigenen Kinder nicht einmal kontrollieren". Ein älterer Herr flüsterte "Sie ist ziemlich jung für zwei Kinder", und das war der Moment, in dem ich es nicht mehr gepackt habe. Die Kassierin reichte mir die Rechnung und ich habe geweint. Sie kennen mich nicht. Sie kennen mich nicht als Mutter. Sie kennen nicht meine Kinder. Sie wissen nicht, dass ich verheiratet war, bevor ich zwei Kinder bekam. Sie wissen nicht, dass ich eine misshandelnde Ehe verließ, obwohl ich wusste, dass es als Alleinerzieherin genauso hart sein würde. Es ist hart, Leute.

Die Blicke, das Flüstern und das Verurteilen ist hart. Manchmal kann ich meine Kinder kontrollieren, und manchmal nicht. Manchmal kann ich mit all dem Umgehen, und manchmal ertrage ich es nicht. Ich weiß, dass diese Tage vorbeigehen werden, die Tränen trocknen und das Kämpfen aufhören wird. Also wenn ihr ein Elternteil am Kämpfen seht, oder ein Kind eine Szene machen, eine Mutter an der Grenze zu Tränen... bitte sagt etwas Nettes. Bitte starrt nicht verurteilend. Und an alle Mütter da draußen, die so einen Tag wie ich haben... ich sehe euch, ich weiß, wie es euch geht. Ihr seid stark und ihr macht das gut so."

Aktuell