„Die Erwartung in ihren Gesichtern ist das Schlimmste“

Iláuda Manala und Jennifer Bose arbeiten für Hilfsorganisationen in Mosambik. Nach dem verheerenden Zyklon Idai ist aus ihren Jobs ein täglicher Kampf um Leben geworden.

Iláuna Manala bei ihrer Arbeit für Licht für die Welt in Mosambik

Iláuda da Isaura Paulo Manala ist Journalistin. Seit 2017 ist sie Communication Officer für das Büro von Licht für die Welt in Beira, Mosambik. Seit dem der Wirbelsturm Idai den Staat in Südostafrika getroffen hat, versucht sie der Welt ein Bild über die Lage vor Ort zu vermitteln: „Der Zyklon hat so viele Städte zerstört, vor allem in der Provinz, in der wir mit Licht für die Welt aktiv sind. Wir kümmern uns vor allem um Menschen mit Behinderungen, sie sind gerade jetzt jene, die am schlimmsten betroffen sind, weil Hilfe nicht bei ihnen ankommt.“ Im Kampf um Unterstützung im täglichen Überleben sind sie besonders benachteiligt, erzählt Iláuda Manala: „Ich habe Situationen gesehen, in denen Menschen um Essen kämpfen.“

Während ihres Einsatzes sammelt Manala auch persönliche Geschichten von Betroffenen: „Die größte Herausforderung ist es, die vielen Menschen mit Kindern, Menschen mit Beeinträchtigungen und alte Menschen leiden und hungern zu sehen, ohne Hoffnung, ob am nächsten Tag Hilfe ankommen wird. Die Erwartung in ihren Gesichtern ist das Schlimmste, denn ich kann ihnen nichts versprechen.“
Manala selbst ist nach dem Zyklon ebenfalls obdachlos, ihren Sohn musste sie aus Sicherheitsgründen zu Verwandten schicken.

Mosambik Hilfsorganisation Care Lage Helferin

Die 60-jährige Isabel hat ihre Tochter in den Trümmern des Sturms verloren: „Als der Wind und die Fluten kamen, nahm ich meine Enkelkinder und rannte so schnell ich konnte. Wir schlossen uns anderen Dorfbewohnern an und liefen zu einem Schulgebäude, in dem wir Zuflucht fanden. In dem ganzen Trubel merkte ich erst später, dass meine Tochter fehlte. Ich ging zurück zu unserem Haus. Aber alles, was ich fand, waren Schutt und Asche. Mittendrin lag sie, meine Tochter.“ Ihre Geschichte hat sie Jennifer Bose erzählt, die als Nothelferin für die Hilfsorganisation Care in Mosambik ist und die humanitäre Hilfe vor Ort unterstützt. Ihre größte Sorge: Der Ausbruch von Krankheiten. Sanitäre Einrichtungen sind so gut wie kaum vorhanden, Care verteilt Hygienepakete, doch auf Grund der Wassermassen und der fehlenden Infrastruktur kommt die Hilfe nur schleppend an – und ist auf teure Helikopter und Boote angewiesen.
Mehr als 140.000 Menschen leben in Notunterkünften. Fast alle, mit denen Jennifer spricht, wollen zurück nach Hause. Obwohl dieses Zuhause so nicht mehr existiert.

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