Die einfachsten Spartipps für mehr Geld am Konto

Sparen ist schwer – vor allem, wenn man keine Abstriche bei der Lebensqualität machen will oder am Monatsende nicht viel übrig bleibt. Wir haben Autorin und Finanzberaterin Hava Misimi gefragt, wie man sich trotzdem finanzielle Spielräume schafft.

Spartipps

Um langfristig Vermögen aufzubauen, sich Träume zu erfüllen oder einfach nur, um eine sichere Rücklage zu haben, ist es wichtig, zu sparen – das weiß auch die Autorin von Money Kondo, Hava Mi­simi. Sie ist zertifizierte Finanzberaterin und gibt auf ihrem Blog
Femance – Finanzen für junge Leute einfache und praktische Tipps, wie man sein Vermögen stetig vermehren kann. Mit uns spricht die Autorin über einfache Kniffe, wie am Monatsende mehr Geld zum Sparen übrig bleibt – fast ohne Verzicht.

Will ich das überhaupt?

Es ist unmöglich, herauszufinden, wo man einsparen kann, ohne sich zuerst die eigenen Finanzen genau anzusehen. Hava Misimi empfiehlt, einen Monat lang detailliert aufzuschreiben, was man konsumiert und wofür man Geld ausgibt. Hat man einen Überblick, sollte man in sich hineinhören und überlegen: Worauf will ich nicht verzichten, weil es meine Lebensqualität ausmacht? Und was konsumiere und kaufe ich nur, weil es einfacher ist?

Merke ich zum Beispiel, dass es mir gar nicht so wichtig ist, immer die neusten Trends zu tragen, kann ich überlegen, Secondhand zu kaufen und trotzdem das Einkaufserlebnis nicht zu verlieren. Vielleicht gehe ich jede Woche mit Freund*innen teuer essen, obwohl es mir eigentlich nur da­rum geht, alle zu sehen? Dann kann ich etwas wie Das perfekte Dinner vorschlagen, wo jede Woche jemand anderer einlädt und kocht. Ziel ist es nicht, auf etwas zu verzichten, sondern einen Ersatz zu finden, der genauso befriedigt.

Man sollte sich durchrechnen, wie viel Geld man jeden Monat für Dinge zur Verfügung hat, die einem gut tun, die man aber nicht unbedingt braucht. Dieses Geld kann man entweder auf ein separates Konto überweisen oder bar abheben – dadurch hat man einen besseren Überblick.

Geld mit Hobbys

Je mehr Geld pro Monat reinkommt, desto mehr bleibt zum Sparen übrig. Dabei geht es nicht nur um das Gehalt, sondern auch um einen möglichen Zuverdienst. Will man etwas dazuverdienen, ist es am einfachsten, sich zu überlegen, was man gut kann oder gerne macht: Geht man etwa gerne spazieren, kann man die Hunde der Nachbar­Innen ausführen und so Geld lukrieren. Eine Freundin von Hava Misimi spricht ­Russisch – sie macht regelmäßig von zu Hause aus Online-Übersetzungen für eine Plattform. Fotografiert man gut, kann man die Bilder auf Seiten wie Shutterstock zum Verkauf anbieten. Eine gute Möglichkeit, stetig Geld zu verdienen, ist es auch, an Markt­forschung teilzunehmen: Hava setzt dabei auf Testing Time, eine Plattform, auf der man anonym Umfragen beantwortet. Pro Monat verdient sie so 50 bis 100 Euro.

Geld zurück fürs Einkaufen?

Schon mal von Cashback gehört? Cashback bedeutet, dass man fürs Einkaufen bares Geld zurückbekommt. Wenn man bei Cashback-Partner*innen einkauft, wird das auf dem Konto oder der Karte vermerkt und ein Prozentsatz gutgeschrieben.

Einige Banken bieten eine Bankomatkarte mit Cashback an. Wenn man bei Partner*innen der Bank einkauft, erfolgt die Gutschrift automatisch. Monatlich werden die gesammelten Beträge auf das Konto zurückgebucht. Am besten sucht man Cashback-Anbieter*innen danach aus, welche Partner*innen dabei sind und wo man besonders häufig einkauft.

Besonders ertragreich sind Anbieter*innen mit Lebensmittelgeschäften als Partner*innen – Einkäufe dort summieren sich hochgerechnet am meisten. Hava erzählt, dass sie mit Cashback im letzten Jahr 200 Euro einsparen konnte.

Da geht noch was!

Spätestens seit Corona sind wir alle Onlineshopping-Profis – zum Unglück unserer Bankkonten. Eine gute Möglichkeit, um Rabattcodes im Internet zu finden, ist die Applikation Honey: Diese kann wie ein Ad­blocker im Browser installiert werden, und sobald man in Onlineshops einkauft, durchforstet Honey automatisch das gesamte Internet nach Rabatten, die auf den Einkauf angewendet werden können.


Was Honey nicht findet, sind Influencer-Codes. Doch auch durch sie kriegt man oft Rabatte, die eine Menge Geld sparen können. Wenn man dieser Person nicht gerade auf Insta­gram folgt, hat man Pech gehabt? Nicht unbedingt: Man kann auf Google einerseits nach Rabattcodes suchen oder auf Seiten wie influencercoupons.com Sammlungen finden.

Jedes Jahr neu

Ist euch schon aufgefallen, dass die erste Stromrechnung meistens die günstigste ist? Nach dem ersten Jahr schießen die Preise plötzlich in die Höhe, weil alle Wechselboni und Rabatte wegfallen. So mühsam es auch ist: Man spart am meisten Geld, wenn man jedes Jahr den Anbieter wechselt. Das Ersparte kann pro Wohnung mehrere Hundert Euro ausmachen. Auch in Bezug auf Versicherungen sollte man regelmäßig vergleichen, ob man dieselben Leistungen bei einem anderen Anbieter günstiger bekommt. Regelmäßige Kosten entstehen auch durch Banken – die kann man einsparen, wenn man zu Gratis-Onlinebanken wechselt.

Keine Gehaltserhöhung, kein Problem!

Wenn man aus einer Gehaltsverhandlung nicht mit einer Erhöhung und barem Geld rausgeht, sollte man nicht entmutigt sein – es gibt noch andere Möglichkeiten, um am Ende des Monats mehr sparen zu können, weiß Hava Misimi: "Man kann ruhig kreativ werden! Es muss nicht immer eine Gehaltserhöhung sein, auch bezahlte Weiterbildungen, Essensgutscheine, ein Firmenauto oder Tickets für den öffentlichen Verkehr verändern am Monatsende die Bilanz." Sie regt an, einfach danach zu fragen und zu verhandeln.

Eine zusätzliche Option, die viele Firmen anbieten, ist eine betriebliche Pensionsversicherung, durch die Steuern gespart werden können. Davon profitieren nicht nur Arbeitnehmer*innen, sondern auch Arbeit­geber*innen. Ein Teil des Lohns wird direkt auf das Vorsorgekonto überwiesen und am Ende bekommt man alles – inklusive der Steuern, die man sonst bezahlt hätte – ausbezahlt; man hat also bares Geld gespart. Finabro bietet in Österreich beispielsweise ein attraktives Vorsorge­modell an.

 

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