Die bescheidenen Weihnachtswünsche von SeniorInnen rühren das Netz

Eine Deutsche veröffentlicht die Wunschzettel von BewohnerInnen eines Pflegeheims in Dachau. Und das Internet spielt Christkind.

Petra ist 49 Jahre alt und lebt in München. Sie arbeitet ehrenamtlich für den Verein "Heimatstern", der sich unter anderem für Wohnungslose einsetzt. Seit mehreren Jahren unterstützt der Verein eine Weihnachtsbaum-Aktion in Dachau: In einem Geschäft in der Stadt können Menschen Wunschzettel an einen Baum hängen. Wer helfen will, nimmt einen davon mit und erfüllt den aufgeschriebenen Wunsch.

Bei ihrem letzten Besuch in Dachau entdeckt Petra mehrere Wunschzettel von BewohnerInnen eines Altersheims. Im Gespräch mit dem deutschen Magazin Neonerzählt sie, dass es sich dabei um ganz bescheidene Wünsche gehandelt habe: eine Nagelfeile, etwas aus einem Märchenbuch vorgelesen zu bekommen, selbstgebackene Weihnachtskekse oder DVDs mit den Lieblingsfilmen vergangener Tage.

Petra zieht daraus ihre Schlüsse: "Wenn sich jemand so etwas wünscht, dann bedeutet das wohl, dass es niemanden gibt, der so etwas für diese einsamen Menschen tut." Sie beschließt deshalb, insgesamt dreizehn der Wünsche der SeniorInnen mit nach Hause zu nehmen. "Ich habe geweint", erzählt sie, "das geht echt nah."
Eine Auswahl der Weihnachtswünsche teilt sie auf Twitter:

Die Twitter-Community reagiert prompt und Petra nutzt die Welle der Solidarität und holt alle noch verbliebenen Wünsche vom Weihnachtsbaum in Dachau, 45 Twitter-User übernehmen deren Erfüllung. Denn sie habe "so viel Bereitschaft, etwas Gutes zu" gesehen, dass sie gar nicht anders konnte, als diese "Energie" zu nutzen.

Ein ganz besonderer Wunsch ist Petra hängengeblieben: Eine Bewohnerin des SeniorInnenheimes schrieb, dass sie sich wünsche, "dass ihr Zeit findet, einem anderen Bewohner seinen Wunsch zu erfüllen." Petra hat einen befreundeten Blogger gebeten, der Frau einen Brief zu schreiben. "Dann bekommt sie eben etwas von unserer Zeit. Auch ich werde ihr noch mal schreiben", erzählt sie Neon.

Aktuell