Die 9 wichtigsten Fragen zum neuen Papamonat

Seit 1. September 2019 sind die neuen Regelungen zum Papamonat in Kraft. Wir haben Antworten auf alle wichtigen Fragen von Jungfamilien und solchen, die es noch werden wollen.

Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Papamonat

Es ist soweit - die neuen Regelungen zum Papamonat sind rechtsgültig! Wenn das Frohlocken kurz ein Ende hat, kommen sofort die Fragen: Wie funktioniert das jetzt eigentlich wirklich? Und was muss alles bedacht werden? Keine Sorge, liebe (zukünftigen) Mamas und Papas - wir haben die Antworten.

Wer kann den Papamonat nutzen?

Der Papamonat gilt für alle Väter, die mit dem Kind im gemeinsamen Haushalt leben, unselbstständig beschäftigt sind und die Meldefristen an den Arbeitgeber einhalten.

Ab wann muss der Papamonat gemeldet werden?

Väter müssen dem/der Arbeitgeber*in spätestens drei Monate vor der Geburt mitteilen, dass sie den Papamonat in Anspruch nehmen wollen. Prinzipiell gilt der neue Papamonat für alle Geburten, deren errechneter Geburtstermin frühestens drei Monate nach dem Inkrafttreten liegt - das sind jetzt mal fix alle errechneten Geburtstermine ab 1. Dezember 2019.

Für errechnete Geburtstermine in den Monaten September, Oktober und November 2019 darf die Vorankündigungsfrist von drei Monaten unterschritten werden - auch Väter, deren Nachwuchs vor dem 1. Dezember diesen Jahres zur Welt kommt, haben also Anspruch auf das Papamonat.

Welche Meldefristen müssen beim Papamonat noch beachtet werden?

Die Vorankündigungsfrist beträgt drei Monate vor dem errechneten Geburtstermin. Nach der Geburt muss der Vater den/die Arbeitgeber*in unverzüglich von der Geburt verständigen. Spätestens eine Woche nach der Geburt ist dann der tatsächliche Antrittszeitpunkt des Papamonats bekannt zu geben.

Aha! Der Papamonat muss also nicht sofort nach der Geburt genommen werden. In welchem Zeitraum kann der Papamonat denn genutzt werden?

Väter haben einen arbeitsrechtliche Freistellungsanspruch im Ausmaß von einem Monat. Dieser kann frühestens mit dem auf die Geburt des Kindes folgenden Tag beginnen und muss bis zum Ende des Beschäftigungsverbotes der Mutter in Anspruch genommen werden. Das sind in der Regel die ersten acht Wochen nach dem Entbindungstermin, bei Mehrlingsgeburten oder einer Geburt vor dem errechneten Termin verlängert sich das Beschäftigungsverbot der Mutter und dementsprechend auch der Zeitrahmen, in dem der Papamonat in Anspruch genommen werden muss.

Kann der/die Arbeitgeber*in "Nein" sagen?

Nein, und das ist wohl eine der wichtigsten Neuerungen: Arbeitgeber*innen haben mit 1. September 2019 kein Einspruchsrecht mehr.

Aber haben Väter nun auch einen Kündigungs- und Entlassungsschutz?

Endlich, ja! Der Kündigungs- und Entlassungsschutz beginnt mit der Vorankündigung - also der Mitteilung des Vaters, dass er den Papamonat in Anspruch nehmen will, frühestens aber vier Monate vor dem errechneten Geburtstermin. Er endet vier Wochen nach dem Ende des Papamonats.

Zählt der Papamonat für die Berechnung dienstabhängiger Ansprüche?

Jawohl, der Papamonat muss für Ansprüche, die sich nach der Dauer der Dienstzeit richten, berücksichtigt werden.

Und wie schaut's mit dem Geld aus? Welche finanziellen Leistungen gibt es für Väter während des Papamonats?

Der Papamonat ist eine Dienstfreistellung, der/die Arbeitgeber*in muss in dieser Zeit also kein Entgelt. Väter können aber den Familienzeitbonus beziehen, wenn sie alle Anforderungen erfüllen (hier nachlesen). Das sind dann etwa 700€ im Monat. Aber Achtung!: Geht der Vater zu einem späteren Zeitpunkt in Karenz, wird der Familienzeitbonus vom Kinderbetreuungsgeld des Vaters wieder abgezogen.

Ui! Das klingt jetzt kompliziert.

Ist es leider auch: Familienzeitbonus und Papamonat sind unterschiedliche Ansprüche, die Zeiten decken sich nicht zur Gänze. Bei der Planung des Papamonats und der Festlegung der Bezugstage des Familienzeitbonus müssen beide exakt aufeinander abgestimmt werden. Im Zweifelsfall bei der für den Familienzeitbonus zuständigen Stelle nachfragen, das sind die jeweiligen Sozialversicherungsträger.

 

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