Die 6 besten Kebab-Stände in Wien

Kebab ist doch nur was fürs vorgezogene Katerfrühstück am Heimweg nach dem Fortgehen, sagen Sie? Au contraire, sagen wir! Denn dass es auch hier so etwas wie den feinen Unterschied gibt, davon konnten wir uns diesen Monat überzeugen. Spätestens jetzt ist klar: Auch Spieß muss sein!

In der U6 sind sie seit Kurzem verboten, unter Gourmets sowieso verpönt. Aber das ist uns egal. Wir haben uns diesen Monat auf die Suche nach den besten Kebabs der Stadt gemacht. Denn es tut sich derzeit einiges am Döner-Markt. Eine neue, jüngere Generation hat das türkische Streetfood, das in dieser Form eigentlich erst in Berlin erfunden wurde, für sich entdeckt. Ob als Hipster-Hype im Siebenten, in der Feinschmeckervariante am Kutschkermarkt oder als coole Streetfood-Bros am Gürtel -eines beweisen sie alle: Döner geht jetzt auch schöner!

Tanis Weltmeisterkebab

Tanis Weltmeisterkebab

Feines am Kutschkermarkt.

Der Kutschkermarkt hat sich in den letzten Jahren ganz schön gemausert: hippe Streetfood-Atmosphäre, gemütliche Tischchen, entspannte Menschen. Schnell ist der Stand von Hüseyin Tanis gefunden. Wir sind zu dritt unterwegs und bestellen Döner, Dürüm und ein Falafel-Dürüm. Der Kebab kommt mit Standardfüllung: Fleisch, Salat, Joghurtsauce - keine Experimente, aber dafür sehr gute Qualität. "Schmeckt richtig gesund!", sagt die Kollegin über ihren Falafel-Dürüm. Ein guter Start. Dabei ist der Kebab hier gar nicht die Hauptattraktion. Hüseyin Tanis, dessen Gesicht auch das Logo seines Standes ist, ist nämlich Fleischer, sein Laden ein Geheimtipp für Steakfans. Wer noch ein bisschen Zeit hat, sollte auch einen türkischen Kaffee mit Baklava probieren. Fazit: Ich komme wieder!

WO? Kutschkermarkt, Stand 53+7,1180 Wien

Berliner Döner

Berliner Döner

Kebab-Kult im Siebenten.

Die Leute im Siebenten lieben es, sich anzustellen -anders lassen sich Phänomene wie der Eis Greissler oder seit einiger Zeit der Berliner Döner nicht erklären. Folgt man dem Hipster-Hype, ist der kleine Stand in der Zieglergasse Ecke Westbahnstraße offenbar der beste in Town. Entsprechend hoch sind meine Erwartungen, als ich in meinen ersten Berliner Döner beiße. Und tatsächlich: Das Brot ist weich und trotz später Abendstunde noch ziemlich frisch, das Hühnerfleisch saftig und die süßlich-pikante Sauce hebt sich angenehm vom üblichen Joghurtsauceneinheitsbrei ab. Einziger Wermutstropfen: Der Kebab ist mir fast ein bisschen zu klein. Vielleicht muss ich ja nächstes Mal die "Mega"-Variante mit doppelt Fleisch bestellen. Fazit: Danke, jut war's!

WO? Zieglergasse 33 a, 1070 Wien

Kebabhaus

Kebab-Haus

Traditionskebab in der City.

Yasar Sarikoç rühmt sich, als Erster den Döner in seiner heutigen Sandwichform nach Wien gebracht zu haben. Im Jahr 1983 hat der damalige Wirtschaftsstudent in der Hütteldorfer Straße das Fleisch vom Spieß ins Fladenbrot wandern lassen und für neugierige Blicke gesorgt. Sein Kebab-Haus in der Operngasse kam 1987 dazu und steht noch heute. Der junge Mann, der mir den Kebab serviert, war damals wahrscheinlich noch nicht auf der Welt. Der Eindruck ist aber leider etwas durchwachsen: Das Lammfleisch ist würzig und saftig, Salat und Sauce sind okay, nur das Brot ist trocken und nicht mehr das frischeste. Schade. Im Nachhinein eher wegen der historischen Bedeutung einen Besuch wert

WO? Operngasse 26,1040 Wien

Diwan Holzkohlegrill

Diwan Holzkohlengrill

Die Überraschung im Zwanzigsten.

In die Brigittenau verschlägt es mich sonst ja eigentlich nie. Aber der gute Ruf des Diwan Holzkohlengrills lässt mich heute eine Ausnahme machen. Tatsächlich dreht sich hier der Spieß mit dem Lammfleisch nicht in einem schnöden Elektrogrill, sondern in der Holzkohlevariante. Das Brot ist selbst gebacken und noch warm und weich und wird nicht erst angetoastet wie sonst überall; der Salat ist frisch und knackig. Bedient wird trotz der Vorabend-Rushhour zackig, wenn auch ein bisschen einsilbig. Weil es mein vierter Döner innerhalb von zwei Tagen ist, hatte ich mir eigentlich vorgenommen, ihn nur zu kosten und nicht aufzuessen. Doch was soll ich sagen: Auf dem Teller bleiben nur ein Klecks Joghurtsauce und meine Serviette zurück!

WO? Wallensteinstraße 48,1200 Wien

Mangalet

Mangalet

Die New Kids am Gürtel.

Make Kebab great again" lautet das Motto von Mangalet, das Anfang des Jahres am Gürtel eröffnet hat. Zum Döner gibt es ein Feuchttuch mit dem Spruch "Mach dich frisch, Bruder" oder "Mach dich frisch, Schwester", und auf den T-Shirts der Kebabverkäufer stehen Sager wie "Was schaust du, Lan?" und "Zum Mitnehmen, oda was?". Die Burschen haben aber nicht nur Spaß an schmissigen OneLinern und Marketing, sondern schöpfen auch beim Kebab aus dem Vollen: Es gibt Dönerbrot, Fladenbrot, Tava, Pita oder -mein Favorit - Somun. Das Dürüm wird in Weizen-, Vollkorn-und Tomatenwraps oder Lahmacun gewickelt. Gefüllt wird nicht mit dem üblichen Salatmischmasch, sondern mit Karotten, gebratenem Gemüse, Jalapeños, Streukäse und Hummus. Fazit: Auch nach vier Tagen Kebab-Kur -das hier ist wirklich ziemlich great!

WO? U-Bahn-Station Josefstädter Straße, 1080 Wien

Pita Box

Pita Box

Veggiefülle in Kebabhülle.

Weil eine Kebab-Diät auf die Dauer auch nicht das Beste für die Gesundheit sein kann, wird es heute ein Abstecher in die vegetarische Ecke. Die Pita Box in der Taborstraße gilt als die Veggie-Anlaufstelle in der Gegend. Ich entscheide mich für ein Pita Selfie und muss dafür nicht mein Handy zücken, sondern darf mir die Füllung für meine Falafel-Pita selber zusammenstellen. Zur Wahl stehen sechs Sorten Hummus (z. B. Curry, Mango oder Olive) und jede Menge Salatund Gemüsebeilagen. Ich fülle Olivenhummus, Melanzani, Bulgur, Jalapeños und Vogerlsalat in meine Vollkornpita. Mit € 5,10 deutlich über der Kebab-Konkurrenz, aber dafür werde ich trotz fehlenden Fleisches satt. Gerne wieder!

WO? Taborstraße 38,1020 Wien

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