Die 5 skurrilsten Sex-Fakten aus der Geschichte

Der Homo sapiens interessiert sich seit 10000 Jahren auf fast manische Weise für seine Sexualität. Er hat Pornoporträts in Höhlenwände geritzt und Sexsprüche auf Papyrus versandt.

Sex. Über kein Thema wird so viel geredet und gleichzeitig so viel geschwiegen. In internationalen Umfragen erklärt rund die Hälfte der Befragten, mit der eigenen Sexualität unzufrieden zu sein – gleichzeitig erleben Sex-Ratgeber und -Experten einen Hype. Doch während Sex heute auch im öffentlichen Raum nahezu allgegenwärtig ist, vergessen viele, dass das keine Neuheit ist.

Fest steht: Die Menschheit ist bereits seit Jahrtausenden übersexualisiert. Dunkle Begierden, wilde Leidenschaften, heimliche, offene und skurrile Fantasien gab es zu jeder Zeit. Der Homo sapiens interessiert sich seit 10000 Jahren auf fast manische Weise für seine Sexualität. Er hat Pornoporträts in Höhlenwände geritzt, Sexsprüche auf Papyrus versandt und sich seltsame Gebote, Verbote und Stellungen ausgedacht. Dabei ist eines klar: Hätten unsere Vorfahren nicht miteinander geschlafen, gäbe es uns heute nicht. Aber wie machten sie es und was erregte sie?

Das Buch „Zehntausend Jahre Sex“ des Münchner Redaktionsbüros Nansen & Piccard erzählt die Geschichte der menschlichen Sexualität: von der Erfindung der Monogamie in der Jungsteinzeit über die bisexuellen Neigungen der Griechen, altindische Pornos und die Orgien im späten Rom bis hin zum Siegeszug von Viagra und dem Kampf gegen Schamhaare. In 100 Kapiteln wird Episode für Episode das Sexverhalten der Menschen in der jeweiligen Zeit beispielhaft dargestellt. Beginnend um etwa 8.000 vor Christus, mit der Erfindung der Erotik, über die ersten Liebesakrobaten in Indien bis hin zu Phänomenen der heutigen Zeit wie „Nipplegate“, „Tinder“ oder „Shades of Grey“, ergibt sich so ein unterhaltsames und umfassendes Bild der menschlichen Sitte.

Wir haben die skurrilsten Sex-Fakten aus dem Buch zusammengefasst:

1: Die älteste Beschreibung von Oralsex


Die älteste Beschreibung von Oralsex entstammt der ägyptischen Mythologie. Der Legende nach wurde der Gott Osiris von seinem Bruder Seth ermordet und zerstückelt. Isis, die sowohl die Schwester von Osiris war als auch seine Frau, sammelte die Einzelteile ihres Gatten ein und setzte sie wieder zusammen. Weil sie den Penis nicht finden konnte, baute sie eine Prothese aus Lehm, setzte sie an den Körper und saugte dann so lang daran, bis Osiris zum Leben erwachte.

2: Das erste Pornoheft


Die junge Frau stützt sich auf ein grünes Kissen. Sie möchte es bequem haben, während ihr Liebhaber sie von hinten nimmt. Der Mann zieht am Zopf ihrer Perücke, sie wendet sich um, blickt ihm tief in die Augen und lächelt. Auf dem sogenannten Papyrus Turin, der so heißt, weil er im Museo Egizio der norditalienischen Stadt aufbewahrt wird, sind außerdem kleinwüchsige, glatzköpfige Männer mit riesigen, erigierten Penissen abgebildet, die Frauen im Stehen oder auf einem Stuhl penetrieren oder ihnen Amphoren in die Vagina stecken. Wer den Papyrus studiert, der etwa 1150 vor Christus in Theben von einem
unbekannten Autor gezeichnet wurde, stellt fest, dass man im Reich von Ramses IV. bereits Rollenspiele, Sex-Tools und Bordelle kannte. Das erste Sexheftchen der Geschichte – es ist allerdings unklar, ob es sich dabei um Pornografie, Satire oder ein Dokument für den Sexualkundeunterricht handelt.

3: Der Umschnalldildo und die katholische Kirche


Es sollte der katholischen Kirche zu denken geben, dass die erste Beschreibung eines Umschnalldildos in der Literatur ausgerechnet der Feder eines Star-Geistlichen entsprang. Im Jahr 1000 verfasste Bischof Burchard von Worms eine Art Best-Practice-Ratgeber für das Sakrament der Beichte. Um unangenehme Stille im Beichtstuhl zu vermeiden, empfahl der Bischof eine Reihe von Fragen, welche die Priester den armen Sündern stellen sollten. Zum Beispiel: »Hast du getan, was manche Frauen zu tun pflegen, nämlich irgendein Werkzeug oder Gerät gemacht, das einem männlichen Glied gleicht, nach dem Maß deines Verlangens, und hast du dies mit Bändern festgemacht an der Stelle deiner Schamteile oder an einer anderen und hast du Unzucht getrieben mit anderen Frauen? Oder haben andere Frauen mit demselben oder einem anderen Instrument Unzucht getrieben mit dir?«

Weitere lustige Sex-Fakten gibt's auf Seite 2!

4: Charles Goodyear erfindet das Kondom


Seit er um das Jahr 1830 von Naturkautschuk erfahren hatte, war der Eisenwarenhändler Goodyear von dem Thema besessen. Nach langjähriger Arbeit, die von Misserfolgen und Unfällen geprägt war, wollte er die Arbeit schon einstellen – machte aber doch weiter. Wie es die Legende will, kam einmal die Gattin früher als angekündigt nach Hause. Goodyear versteckte eine Paste aus Schwefel und Kautschuk, an der er gerade arbeitete, im heißen Ofen. Und entdeckte so das Prinzip der Vulkanisation,
also jenes Verfahren, bei dem Kautschuk durch Zeit, Temperatur und Druck widerstandsfähig gemacht wird. Endlich hatte er den Stoff gefunden, aus dem alle seine Träume waren. 1855 präsentierte er das erste
Kautschukkondom der Welt: zwei Millimeter dick, seitlich von einer gefühlsintensiven Längsnaht durchzogen, ein gewaltiger zivilisatorischer Fortschritt.

5: Ein Frauenarzt erfindet den Vibrator


Es ist nicht bekannt, wie viele Frauen Joseph Mortimer Granville in seiner Karriere zum Orgasmus gebracht hat. Er selbst war ein Gentleman und schwieg. Vermutlich waren es Hunderte. Granville, geboren 1833, war ein englischer Arzt und Erfinder. In seiner Praxis in London untersuchte er schwangere Frauen, therapierte Geschlechtskrankheiten und brachte seine Patientinnen mit großer Routine per Vaginalmassage zum Höhepunkt. 1883 folgte dann der Durchbruch: Granville entwickelte eine Art Bohrmaschine, etwa 15 Zentimeter lang, an deren Spitze sich eine Kugel befand, die auf Knopfdruck zu ruckeln begann. Die Energie bezog das Gerät aus einem Koffer, in dem mehrere Zink-Kohle-Batterien steckten: der erste strombetriebene Vibrator der Welt. Granville gelang es, die durchschnittliche Behandlungszeit von bis zu einer Stunde auf etwa zehn Minuten zu senken. Er selbst nannte sein Gerät Percuteur (Schlagbolzen). In der Öffentlichkeit
wurde das Instrument unter dem Namen »Granvilles Hammer« bekannt und war eine Sensation. Alle Ärzte wollten den Hammer. Und alle Patientinnen.

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