Die 3 Phasen der Urlaubsplanung als Paar

Wenn zwei gemeinsam auf Urlaub fahren wollen, ist das eine feine Sache. Wären da nicht die Fragen nach "wann", "wohin" und "was überhaupt"! wienerin.at-Kolumnistin Lisa Schwarzl über die 3 Phasen der partnerschaftlichen Urlaubsplanung.

Es ist nicht der erste Urlaub, den mein Freund und ich planen, aber definitiv waren wir beide noch nie so entscheidungsschwach. Bislang steht auf der „Haben-Seite“: Es soll Urlaub sein. Eine Woche im Sommer. Am Meer. Ein Luxusproblem, in der Tat.

Phase 1: Vorfreude und Tatendrang

Vor vier Monaten haben sich die ersten Hürden abgezeichnet:
Sollen wir zu zweit Urlaub machen oder gemeinsam mit Freunden? Mit welchen Freunden? Und wann genau? Hat sich bis heute schon irgendwer in der Arbeit Urlaub eingetragen? Was willst du? Was will ich?

Ich will: am Strand liegen und sieben Bücher in einer Woche lesen. Am besten immer am gleichen Strand, mit dem gleichen Blick aufs Meer und der Einbuchtung im Sand, die auch schon am Vortag meinen Liegestuhl beherbergt hat.

Du willst: eine schöne Umgebung, eventuell geführte oder spontane Ausflüge, am besten man kann sich vor Ort ein Gefährt ausleihen: Moped, Auto, Jetski, Quad, Hauptsache motorisiert. Action. Surfen, Kiten, Biken. Keine Bücher. Lieber Sudoku.

Na gut, das wird schon… schauen wir mal ein paar Hotels an.

Wo? Völlig egal. Hauptsache Hotel. Hauptsache Meer.

Merke: sehr, sehr ungenauer Filter für die Online-Suche.

Fazit: nach drei Stunden Hotelseiten-Anschauerei wird die Urlaubsplanung ... vertagt.


Phase 2: Wiederaufnahme der Gespräche

Zwei Monate später fühlten wir uns beide wieder in der Lage, uns erneut mit dem Urlaubsthema zu beschäftigen. Der Fragenkatalog wurde reformiert, die Reisenden auf zwei Personen eingegrenzt.

Sollen wir wegfliegen oder fahren wir mit dem Auto nach Kroatien oder Italien oder ...?

Merke: wenn sich die Urlaubsplanung wie ein Gespräch alá „Nein, du legst zuerst auf“ – „Nein, du legst zuerst auf“ anfühlt, wird man zu keiner Entscheidung kommen.

Fazit: keine Tendenzen. Nach stundenlanger Internetrecherche: vertagt.

Phase 3: Resignation

Vor einem Monat schließlich der erste vermeintliche Durchbruch: eine Person hat sich bereits die geplante Urlaubswoche in der Arbeit freigeben lassen. (Es sei dahingestellt, welche Person das war.)

Seither haben wir das Thema in gemeinsamen Gesprächen erfolgreich ausgespart und warten auf einen Wink des Schicksals.

Merke: Vertagen ist anstrengend.

Fazit: auch in Österreich ist es schön im Sommer. Am See im Bundesland XY. An der alten Donau. Auf der Couch mit offenem Fenster. Wir werden sehen.

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