Die 22 reichsten Männer der Welt haben mehr Geld als alle Frauen in Afrika zusammen

Die globale Vermögensungleichheit basiert vor allem auf Sexismus und Ausbeutung, wie der aktuelle Report der Organisation Oxfam International zeigt.

Mutter und Kind in Sierra Leone

Die 22 vermögendsten Männer weltweit sind reicher als alle 325 Millionen Frauen in Afrika zusammen – diese erschütternde Tatsache offenbart der diesjährige 'Inequality Report' der Hilfsorganisation Oxfam International. Expert*innen warnen, dass sich die Situation im Laufe der nächsten Jahre sogar noch weiter verschlimmern werde.

Wirtschaftssystem fußt auf Sexismus

"Wenn 22 Männer mehr Vermögen haben als alle Frauen in Afrika zusammen, ist es klar, dass unsere Wirtschaft einfach nur sexistisch ist “, sagt Danny Sriskandarajah, Geschäftsführer von Oxfam GB, wie der Guardian berichtet. Der Wohltätigkeitsorganisation zufolge leisten Frauen auf der ganzen Welt, insbesondere in Armut lebende, mehr als drei Viertel aller unbezahlten Pflegearbeit, die von Unternehmen und Regierungen gleichermaßen unterschätzt und als selbstverständlich angesehen wird.

Wie bereits oben erwähnt, soll Expert*innen zufolge, auch in den nächsten Jahren keine Verbesserung zu erwarten sein. Im Gegenteil: Bevölkerungsalterung, Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben und die Klimakrise werden die geschlechtsspezifischen und wirtschaftlichen Ungleichheiten verschärfen, warnt Oxfam.

Regierungschefs fördern Ungleichheit

Mit Veröffentlichung kurz vor dem alljährlichen World Economic Forum setzt Oxfam ein deutliches Zeichen: "Wenn die Staats- und Regierungschefs der Welt, die diese Woche zusammentreffen, es ernst damit meinen, Armut und Ungleichheit verringern zu wollen, müssen sie dringend in Pflegeeinrichtungen und Dienste investieren, die den Betreuungspersonen (welche nun mal in erster Linie Frauen und Mädchen sind) das Leben erleichtern“, rät Oxfam GB Geschäftsführer Sriskandarajah.

Trotz des allgemein zunehmenden Bewusstseins für die krassen Wohlstandsunterschiede und deren Ursachen, verfolgt der Großteil der Staats- und Regierungschefs weltweit weiterhin politische Ziele, die den Reichen zugutekommen und den Armen schaden, heißt es im Bericht. Oxfam verweist unter anderem auf Steuersenkungen für Milliardäre, welche von US-Präsident Donald Trumpund dem brasilianischen Staatschef Jair Bolsonaro gefördert wurden.

 

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