Die 15-jährige Greta schwänzt Schule, um das Klima zu retten

Greta aus Schweden ist 15 und sie geht freitags nicht zur Schule. Der Grund: sie demonstriert für die Rettung des Klimas.

Am ersten Tag saß Greta Thunberg alleine vor dem Schwedischen Reichstag. Mit ihren Zöpfen, dem lila Rucksack und einem Schild, auf dem stand: "Skolstrejk för klimatet" - Schulstreik für das Klima. Das war am 20. August, dem ersten Schultag in Schweden. Doch statt zur Schule zu gehen, ging Greta protestieren. Und teilte vor dem Parlament Zettel aus, auf denen stand:

Wir Kinder tun oft nicht das, was ihr uns sagt. Wir tun das, was ihr tut. Und weil ihr Erwachsenen auf meine Zukunft scheißt, tue ich das auch. Mein Name ist Greta, und ich bin in der neunten Klasse. Und ich bestreike die Schule für das Klima bis zum Tag der Wahl.

Greta Thunberg

Drei Wochen lang hat Greta Thunberg - "15-jährige Klimaaktivistin mit Asperger", wie sie sich selbst vorstellt - Tag für Tag die Schule geschwänzt. Seitdem ist Greta weltberühmt. Und auch heute steht sie freitags noch vor dem Parlament - und hunderte Kinder und Jugendliche nahmen sich Greta zum Vorbild, und tun es ihr gleich. Der Schulstreik hat unter dem Hashtag #FridaysforFuture in sozialen Netzwerken bereits viele Fans. Mit ihrem Freitagsprotest inspirierte Greta auch SchülerInnen in anderen Teilen der Welt. In Australien protestierten tausende SchülerInnen in mehr als 30 Städten in der vergangenen Woche nach ihrem Vorbild für eine nachhaltige Klimaschutzpolitik.

"Wir müssen uns Gehör verschaffen"

Nun ist die 15-Jährige bei der 24. Weltklimakonferenz in Kattowitz (Katowice) zu Gast. In Polen rief sie nun vor allem junge Menschen auf, sich gegen Klimawandel und Umweltverschmutzung zu engagieren: "Wir müssen uns Gehör verschaffen." Die Schwedin fügte hinzu: "Wir müssen verstehen, was für ein Chaos die älteren Generationen angerichtet haben, das wir nun aufräumen und mit dem wir leben müssen." Die junge Generation sollte alle verfügbaren Mittel nutzen - ob Soziale Medien oder direkte Proteste wie Schulstreiks, um Bewusstsein zu schaffen für die Fehler der Älteren.

"Die Regierenden haben uns in der Vergangenheit ignoriert und werden es weiter tun", kritisierte die Schülerin, die am Rande des Gipfels auch ihre Enttäuschung gegenüber UN-Generalsekretär António Guterres ausdrückte. Die Regierenden hätten bisher versagt, sagte das Mädchen. Politische Führungspersönlichkeiten, die einen Klimagipfel schwänzten, seien "sehr verantwortungslos". Der Nachrichtenagentur AP sagte Greta später, die Abwesenheit von PolitikerInnen wie US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Kattowitz zeigten, "welche Prioritäten sie setzen".

"Greta hat mehr zum öffentlichen Bewusstsein für die akute Klimasituation beigetragen als wir Wissenschaftler", heißt es in einer Erklärung von KlimaforscherInnen der Universität Stockholm, die sich kürzlich an ihrem Schul­streik beteiligten.

Hier hält Greta eine starke Rede über den Klimaschutz:

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