Die 11 nervigsten Sätze, wenn du zuhause Weihnachten feierst

Diese 11 Aussagen kommen direkt aus der Hölle.

Weihnachten: Das Fest der Liebe und der Besinnlichkeit. Zumindest in der Theorie. Warum es insgeheim auch "das Fest der nervigen Fragen" ist: In diesen elf Situationen werdet ihr euch und eure Verwandten bestimmt wiedererkennen.

 

1. "Gehh, a Stückerl vom Braten kannst schon essen, oder?"

Dass Weihnachten und generell Familienfeiern die Hölle für jede VegetarierIn sind und sich dieses Höllenfeuer bereits bis in die Unterhaut eingebrannt hat, ist so klar wie der Verdauungsschnaps nach dem fettigen Schweinsbraten. Und obwohl wir schon als 12-Jährige beschlossen haben kein Fleisch mehr zu essen, werden wir Jahr für Jahr erneut aufgefordert "endlich wieder was G'scheites zu essen". In die Riege der Top-Sätze an VegetarierInnen reihen sich dicht aneinander auch folgende Fragen ein: "Isst du nicht mal Wurst?" und "Was darfst du dann überhaupt noch essen?". Lasst es bitte einfach sein, immerhin bleibt dann mehr für euch übrig! 

 

2. "Jetzt bist du noch immer alleine?"

Der Klassiker aller Salz-in-die-Wunde-streuenden-Fragen, die definitiv aus unserer Gesellschaft verbannt werden sollten. Und weil wir bei der Aussage "Magst du dir nicht endlich einen Mann suchen" mittlerweile nur noch mit den Augen rollen können, denken wir ernsthaft darüber nach ein kitschiges Instagram-Boyfriend-Profil zu fälschen, um endlich mal Ruhe davor zu haben. 

 

3. "Wie lange dauert dein Studium eigentlich noch?"

Wenn dir eine Person diese Frage stellt, gibt es nur zwei Optionen: 1. Sie hasst dich und kommt aus der Hölle oder 2. Sie interessiert sich wirklich für deinen studentischen Fortschritt. Nun ja - ihr könnt euch aussuchen für welchen Grund ihr euch entscheidet. Eins steht auf jeden Fall fest: Ja, Tante Bettina, wir wissen, dass unser Studium mittlerweile über 14 Semester dauert und JA, es ist uns bewusst, dass wir in diesem Leben vielleicht nicht mehr an einer Elite-Uni in einer englischen Großstadt promovieren werden. Aber trotzdem ist es unfair und gemein uns bei jedem Treffen auf unser Scheitern aufmerksam zu machen. Kleiner Tipp für die nächste Familienfeier: Fragt uns doch lieber, was wir am liebsten beim Lieferservice bestellen oder welche Hobbies wir haben - das wär was zur Abwechslung. 

 

4. "Bah! In Wien könnt ich nicht eine Sekunde wohnen!"

Vor allem Landkinder wird dieser Satz so bekannt vorkommen, wie die türkische Bäckerei um die Ecke, die immer offen hat. "Wien ist schmutzig, grau und außerdem "vui schirch und vü zu teuer!" - bekommt man meist von Großonkel Erwin zu hören, dessen Horizont nicht weiter reicht als zum Beisl "Mellis Café" in der Nachbarortschaft. Und nur, weil er voriges Jahr kurz am Christkindlmarkt am Rathausplatz war, fühlt er sich jetzt so wie alle Wien-Blogger zusammen. Nur, dass er die ganze Stadt abgrundtief hasst. Kontert man dann mit Sehenswürdigkeiten, Verkehrsanbindung oder kulturellem Angebot, hat er als Antwort gleich die nächste Meldung parat: "Kultur? Geh bitte! I bin froh, wenn i mei Ruh hab!". Dass Wien schon zum gefühlt 200. Mal zur lebenswertesten Stadt gekürt wurde - alles nur erfunden und Schiebung, gell! Ok, Onkel Erwin - wir haben es verstanden. Frag mich bitte nur auch nie wieder, ob ich dir den Weg zum Schweizer Haus auf Google Maps zeigen kann. 

 

5. "Aber hast du keine Angst vor den ganzen Ausländern dort?"

Hitzewallungen, Schüttelfrost und Herzrasen: Denn wenn diese Frage kommt, wird in unseren Köpfen der Ausnahmezustand eingeläutet. Wir wollen zwar das mehr oder weniger harmonische Familienfest nicht mit einer hitzigen Diskussion über Rassismus zerstören - einfach so stehen lassen können wir die diskriminierenden Aussagen von Oma aber auch nicht. Erster Schritt: Ruhe bewahren und tief durchatmen. Danach einfach sagen: "Du weißt aber schon, dass das rassistisch ist?". Ist die Antwort darauf "Nein, ist es nicht!", den Prozess einfach so lange wiederholen, bis die Antwort zu "Ja stimmt - es ist rassistisch, tut mir leid!", geworden ist.

 

6. "Du solltest dich mal wieder bei Maria melden, ihr habt euch doch immer gut verstanden!"

Dass wir uns zwar in der Schulzeit super mit Maria vom Nachbarhaus verstanden haben, danach aber relativ schnell getrennte Wege gegangen sind, weil sie alle Studierenden oder Stadtmenschen pauschal als "arrogante, linkslinke Schnösel mit zu viel Geld" bezeichnet, hat dabei irgendwie niemand mitbekommen. Deshalb lächeln wir freundlich und sagen einfach: 

 

7. "Ich freu mich schon sooo auf Enkelkinder - wie schaut´s aus?"

Ohweier! Diese Aussage hat auf uns die gleiche Wirkung wie Kryptonit auf Superman. Denn während wir gerade einmal über die Phase "Es gibt jeden Tag Nudeln mit billigem Pesto" hinweg sind, fordert die Schwiegermutter gleich, dass wir die nächsten elf Phasen dazwischen überspringen. Dass wir diese Frage jährlich mit "Hmm, in zehn Jahren vielleicht." beantworten, hilft mittlerweile gar nichts mehr. Deshalb neue Strategie: "Wir denken darüber nach uns einen Hund aus dem Tierheim zu holen." 

8. "Was arbeitest du nochmal? Kann mir das nie merken!"

Vor allem Jobs, die mit neuer Technik oder dem Internet zu tun haben, kommen hier ins Visier der Fragerei. Genauso schwer wie sich Oma unseren Job merken kann, tun wir uns auch damit, wenn wir versuchen ihn zu erklären. Deshalb nennen wir jedes Mal auf´s Neue einen ähnlichen, analogen Beruf und sagen, dass wir bei einer Zeitung arbeiten, obwohl wir eigentlich für lustige GIF-Videos und Facebook-Postings zuständig sind. Und nein Oma - ich will mir nicht "lieber was Gescheites beim Magistrat suchen."

 

9. "No, junge Dame - haben wir ein bisserl zugelegt?"

Hmpfff. Danke und Tschüss. 

 

10. "Ich muss dir unbedingt ein lustiges Video zeigen *lol*"

Eine Foltermethode, auf die sogar der härteste Söldner im Mittelalter neidisch gewesen wäre: "lustige" Videos auf Familienfeiern. Da sitzen sie nun aufgereiht - fünf Über-50-jährige, die mit ihren Würstelfingern auf einem iPad oder Samsung Galaxy-irgendwas herumtatschen und sich gegenseitig Videos von animierten Katzen, Fußball-Fails oder "total pfiffigen Tasty-Gerichten" präsentieren, als ginge es um ihr Leben. Mit Sätzen wie "Ahh, das eine MUSS ich dir noch zeigen" oder "Das habe ich in meinem Facebook gesehen!!!" führen sie dich dann in die schaurige Welt der Qual ein und geben erst dann auf, wenn du auch beim zwölften Video nicht eine Miene verzogen hast. Schön für dich Onkel Herbert, dass du nun auch endlich den Weg ins Internet gefunden hast. Nur lass uns da bitte raus.

 

11. "Kümmerst dich eh gut um den Lukas, damit er auch bei dir bleibt?"

Leider ist die gerechte Aufteilung von unbezahlter Arbeit wie Kochen, Putzen, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen usw. noch immer nicht bei der breiten Bevölkerung angekommen. Dass es aber noch so dermaßen schlimm ist - daran werden wir meistens bei Familienfeiern erinnert. Nachdem man dann erklärt hat, dass man sich die Hausarbeit fair teilt, kommt zwar meistens ein "Oh - da hast du aber einen braven Mann, den solltest du dir warm halten!", der skeptische Unterton bleibt aber. Nach dieser Aussage führt nun wirklich kein Weg mehr am Alkohol vorbei. Prost!

 

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