Dicke Mädchen bekommen schlechte Noten

Stark übergewichtige Mädchen werden in der Schule unabhängig von Leistung schlechter benotet.

Über die gesundheitlichen Probleme von fettleibigen Kindern sprechen wir oft - anders ist es bei gesellschaftlichen Stigmata, denn Dick sein ist auch ein soziales Problem. Eine Studie der University of Illinois at Chicago hat herausgefunden, dass es einen Zusammenhang zwischen schulischem Erfolg und Fettleibigkeit gibt. Und zwar nicht in Bezug auf die Leistung der Kinder.

Gleiche Leistung - schlechtere Noten

Das traurige an der Studie: Dick sein wirkt sich viel stärker bei Mädchen als bei Jungen aus. Laut dem Fachjournal "Sociology of Education" werden stark übergewichtige Mädchen von ihren Lehrerinnen und Lehrern bei gleicher Leistung schlechter beurteilt. Wenn sie bei Fertigkeitstests dasselbe Können wie ihre normalgewichtigen Kolleginnen bzw. fettleibige Burschen unter Beweis stellten, so erhielten sie am Ende doch schlechtere Noten, so die Studienautorin Amelia Branigan.

Dick sein ist ein Stigma vor allem für weiße Frauen

Interessanterweise tritt das Phänomen vor allem bei weißen Frauen auf, bei dunkelhäutigen Schülerinnen und weißen Buben konnte kein vergleichbarer Effekt festgestellt werden. Besonders stark scheint sich das Vorurteil im Unterrichtsgegenstand Englisch auszuprägen. Bei weißen Frauen scheint das diesbezügliche Stigma am größten zu sein. "Im selben Ausmaß, wie wir gegen Übergewichtigkeit bei Kindern kämpfen, müssen wir auch gegen die Diskriminierung von Übergewichtigen vorgehen. Dabei geht es nicht nur um die Verbesserung der Bildungsergebnisse, sondern generell, um die Gesellschaft sozial gerechter zu machen." - so die Studienautorin.

Aktuell