Diäten & Physik

Was haben Diäten und Physik miteinander gemeinsam? Sehr viel, so der Wiener Physiker und Sportwissenschafter Martin Apolin. In seinem neuen Buch „Mach das!“ erklärt er, warum Abnehmen auch nur den Gesetzen der Physik gehorchen kann und somit Wunder unmöglich sind.

Martin Apolin weiß aus der Physik, dass beim Abnehmen vor allem ein Grundsatz zum Tragen kommt, „Nämlich die Energiemenge in diesem Universum ist immer gleich groß". Das bedeutet so viel wie „der Mensch verbraucht keine Energie, er wandelt sie nur um" und zwar von der chemischen Energie, die aus der zugeführten Ernährung stammt in Wärme und Bewegung. Um also Abzunehmen muss der Input kleiner sein, als der Output. Sprich es muss entweder weniger Ernährung zugeführt werden, als verbraucht wird oder mehr verbraucht werden in Form von Bewegung, als zugeführt werden.

Führt man umgekehrt mehr Energie zu als benötigt, wird diese in die Speicher geschoben und in Form von Fett eingelagert.

Will man ein Kilo Körperfett loswerden, muss man 7143 kcal in Wärme umsetzen.

Die Rechnung

Ist ein Verlust von z.B. 5 Kilo in einer Woche möglich?

Wenn getrickst wird, dann wird der Verlust einfach durch den Verlust von Wasser provoziert. Wer kaum etwas trinkt und wenig isst, kann pro Tag 1 bis 2 Kilo Wasser verlieren. Noch mehr geht durch Sport. „Untrainierte schaffen dabei etwa 1 kg pro Stunde, Trainierte sogar 2 bis 3 kg, weil nicht nur ihre Muskeln, sondern auch ihre Schweißdrüsen besser trainiert sind." Mit Stoffen, welche die Ausscheidung von Wasser erhöhen ist sogar noch mehr möglich.


Weiteres kann auch das Streichen von Kohlenhydraten schnelle Verluste vorgaukeln, da Kohlenhydrate Wasser binden. Wer z.B. 250 Gramm Kohlenhydrate speist, bindet noch 750 ml Wasser. Dieser Effekt geht natürlich auch umgekehrt. Wer auf Kohlenhydrate verzichtet, bindet auch die passende Menge an Wasser dazu noch.


Drittens bestehen Muskeln zu 20 Prozent aus Proteinen und zu 80 Prozent auf Wasser. Bei einer Diät mit geringer Nahrungszufuhr können so pro Tag bis zu 0,4 kg an Muskelmasse verloren gehen.


Die harte Wahrheit: Wenn jetzt der Tageskonsum bei 2381 kcal Kalorien am Tag liegen würde und die betreffende Person mit einer Nulldiät theoretisch - praktisch ist dies nicht möglich - nichts essen würde, könnte sie höchstens 2 Kilo Körperfett pro Woche verlieren.


Fazit: Das Abnehmen von fünf Kilo Körperfett pro Woche ist unmöglich. Wenn also von derartigen Diäten die Rede ist, muss es am Verlust des Wasser und der Muskelmasse liegen. Maßnahmen, die langfristig nichts bringen und sogar schädlich sind.


Oder noch einmal anders gesagt. Die Physik bestätigt, dass Abnehmen Zeit, Konsequenz und viel Bewegung braucht.

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