Diagnose Brustkrebs

Angelina Jolie schockte mit der Nachricht, dass sie sich aus Vorsorge und durch erbliche Vorbelastung ihre Brüste hat entfernen lassen. Bleibt die Frage, inwieweit ist dieser Schritt auch anderen Betroffenen zu empfehlen, was sind die Risiken, was steht dafür und was spricht dagegen?

Mutter, Tante, Großmutter oder Schwester: sobald jemand in der Familie an Brustkrebs erkrankt ist, kommt zur Sorge um die Betroffenen oft auch noch die Angst um die eigene Gesundheit hinzu.

Und das ist nicht unbegründet! Denn eine vererbbare genetische Mutation steigert das Brustkrebsrisiko auf über 90 Prozent! Schuld daran sind die Risikogene BRCA 1 und 2, die zur Entstehung von Brust- und Eierstockkrebs führen.

In diesem Falle ist, laut Onkologen, die einzige Möglichkeit das Risiko an Brustkrebs zu erkranken auf etwa zehn Prozent zu senken, wenn man sich vorsorglich die Brüste Amputieren lässt.

Fakt ist, dass jede 8.Frau heutzutage an Brustkrebs erkrankt. Und bei etwa 5-10 Prozent der Erkrankungen liegen erblche Belastungen vor.

Weiters erkranken 80 % der Frauen, die ein verändertes Brustkrebsgen 1 tragen an Brustkrebs und 40 % an Eierstockkrebs.

Das Brustkrebsrisiko für Frauen mit verändertem Brustkrebsgen 2 beträgt 70 %.

Das Nichtvorhandensein eines veränderten Krebsgens bedeutet nicht, dass Sie nicht im Laufe Ihres Lebens an Brustkrebs erkranken können. Es besteht lediglich keine genetische Vorbelastung.

Genetische Beratung, wie, was, wann, wo?

Die persönliche genetische Beratung wird von einem Arzt bzw. einer Ärztin in einem Krankenhaus vorgenommen. Zusätzlich kann eine klinische Psychologin anwesend sein. Sodann wird geklärt, warum Sie eine genetische Beartung beanspruchen wollen, welche Fälle es in der Familie gibt. Besonders wichtig sind hier Informationen zur Familiengeschichte mütterlicherseits und väterlicherseits, sowie Erkrankungsalter der Betroffenen.

Nach diesem Erstberatungsgespräch kommt es zu einer molekulargenetischen Untersuchung auf Veränderungen im BRCA 1- und BRCA 2-Gen, wenn eine der folgenden Selektionskriterien erfüllt wird:

In der Familiengeschichte (mütterliche und väterliche Seite) gibt es :

  • 2 Brustkrebsfälle vor dem 50. Lebensjahr
  • 3 Brustkrebsfälle vor dem 60. Lebensjahr
  • 1 Brustkrebsfall vor dem 35. Lebensjahr
  • 1 Brustkrebsfall vor dem 50. Lebensjahr und 1 Fall von Eierstockkrebs jeglichen Alters
  • 2 Eierstockkrebsfälle jeglichen Alters
  • Männlicher Brustkrebs

Kosten?

Das genetische, multidisziplinäre Erstberatungsgespräch, sowie die molekulargenetische Untersuchung und anschließende Auswertung sind für alle, mit aufrechtem Versicherungsstatus kostenfrei, da sie zur Gänze durch den Hauptverband der Sozialversicherungsträger und die Bundesgesundheitsagentur abgedeckt werden.

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Versicherung, sollten Sie bezüglich der Kostenübernahme nicht sicher sein!

Bei BRCA 1 und 2 handelt es sich um jene Gene, sogenannte Tumor Supressor Gene, die eine Krebsentstehung verhindern.
Wörtlich übersetzt: BReast CAncer
Jeder Mensch, egal ob männlich oder weiblich, trägt diese Gene von Geburt an in sich. Sobald sich diese Gene jedoch verändern, können sie nicht mehr so arbeiten, wie eigentlich vorgesehen. Dadurch erhöht sich das Risiko an Krebs zu erkranken.
Die Analyse der Blutproben wird in einem Speziallabor der Uniklinik für Frauenheilkunde (etwa im AKH Wien) durchgeführt, wenngleich die Beratung und Vorsorgeuntersuchung in einem anderen Krankenhaus/Ordination stattgefunden hat.

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