Deutsche Grüne machen Vorstoß für Unisex-Toiletten

In Deutschland werden Unisex-Toiletten in öffentlichen Gebäuden untersucht, dem Thema wird mit viel Widerstand begegnet.

Welche Toilette soll man besuchen, wenn man zwar biologisch noch ein Mann ist, seine Identität aber als Frau definiert? Ist die Männer - oder Damentoilette richtig, wenn man mit beiden Geschlechtsteilen geboren ist? Ein simpler Akt, wie das Aufsuchen einer Toilette kann für Inter- und Transsexuelle Menschen zu einer großen Sache werden, die jedes Mal die eigene Identität und Existenz in Frage stellt. Als Gesellschaft stellen wir sie mit strikt biologisch getrennten Toiletten vor eine Wahl, die unser binäres Geschlechterbild verstärkt und keinen Platz für jene lässt, die darin nicht vorkommen. Eine Lösung könnten zumindest Unisex-Toiletten sein.

Weg vom binären Geschlechterschema

In New York ist es seit dem 1. Januar 2017 Realität, in Deutschland wird der Vorschlag von Dirk Behrendt, Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung gerade geprüft. Die Grünen hatten mit dem dem Zwischenbericht "Hürden im Alltag beseitigen - Unisextoiletten in öffentlichen Gebäuden einrichten" den Vorschlag eingebracht.

Problembehaftetes Thema

2014 hatte die Piratenpartei schon einmal Unisextoiletten in öffentlichen Gebäuden vorgeschlagen, Gegenwind kommt weniger überrasched von der CSU. Für sie klingt das vorhaben nach "Genderwahn" und "Gendergaga". Substantiellere Kritik kommt von Frauen: Damentoiletten fungieren in vielen Gebäuden auch als Schutz- und Rückzugsraum. Eine Lösung wäre ein dreiteiliges Modell, mit Damen-, Herren- und Unisextoiletten, das aber nur in Gebäuden umzusetzen wäre, wo es es drei verschieden Räumlichkeiten gibt. Das Problem an einem zweiteiligen Modell mit Herrentoiletten und separaten Toiletten für Frauen, Trans- und Intersexmenschen ist, dass es von Männlichkeit als Norm ausgeht und alles andere als Abweichung der Norm definiert.

Es geht um Anerkennung

Eine Lösung zu finden ist also gar nicht so einfach, grundsätzlich ist es aber gut, dass in Deutschland zumindest eine diesbezügliche Debatte statt findet. Österreich kann sich hier noch eine Scheibe abschneiden: Unsere Gesellschaft ignoriert weitestgehend die Existenz von Trans- und Intersexpersonen, die Daseinsberechtigung solcher Diskussionen als "Gendergaga" in Frage zu stellen verwehrt Trans- und Intersexpersonen Anerkennung und gesteht ihnen keinerlei Raum in der Gesellschaft zu.

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