Deutsche Firma führt 5 Stunden Arbeitstag bei vollem Gehalt ein

Nach Schweden und Amerika hat nun auch ein Unternehmen in Deutschland erfolgreich einen Fünf-Stunden-Arbeitstag eingeführt und damit überraschende Resultate erzielt.

Während in Österreich zur Zeit eine heftige Debatte über die geplante Einführung des 12-Stunden-Tages geführt wird, geht man in Deutschland andere Wege.

Um 13 Uhr ist "Feierabend"

Wie die deutsche Bild-Zeitung berichtet, hat die deutsche IT-Firma "Rheingans Digital Enabler" aus Bielefeld das Konzept des 5-Stunden-Arbeitstages, das in vielen skandinavischen Ländern bereits erfolgreich erprobt wurde, kürzlich eingeführt und damit überraschend gute Erfahrungen gemacht.

Die MitarbeiterInnen arbeiten von acht bis 13 Uhr, danach können sie nach Hause gehen und haben Freizeit. Während der Arbeitszeit sind keine langen Kaffee-Pausen oder Unterbrechungen, etwa für private Telefonate, vorgesehen. Die Bezahlung bleibt allerdings trotz der Arbeitszeit-Verkürzung gleich: die MitarbeiterInnen beziehen weiterhin den vollen Lohn.

"Man schafft Pensum auch in fünf Stunden"

Der Besitzer des IT-Unternehmens, Lasse Rheingans, erklärt, warum das Konzept funktioniert: "Ich weiß, dass im normalen Büroalltag viel Zeit vertrödelt wird. Wenn man planvoll und effizient arbeitet, schafft man das Pensum auch in fünf Stunden".

Tatsächlich berichten die MitarbeiterInnen bei der Arbeit viel entspannter zu sein, trotzdem (oder gerade deswegen) schaffen sie das bisherige Arbeitspensum ohne Probleme. Die zusätzlichen freien Stunden haben noch einen weiteren Vorteil für die Firma, berichtet der Unternehmer: "Das baut Stress ab, reduziert Flüchtigkeitsfehler. Und oft werden in der Freizeit Ideen entwickelt", so Rheingans.

Ähnliche Erfahrungen in Schweden & USA

Rheingans räumt ein, dass das Modell, das in Deutschland derzeit (noch) einmalig ist, natürlich nicht für alle Firmen funktioniert, sondern "nur in Branchen ohne regelmäßigem Kundenverkehr". Die KundInnen seiner Firma haben sich mittlerweile daran gewöhnt, dass das Telefon ab Mittag stumm bleibt, in Notfällen gibt es ein Alarmhandy.

Im Februar 2018 wird der Firmenchef dann entscheiden, ob er die 25-Stunden-Woche fortsetzen möchte, seine MitarbeiterInnen wären jedenfalls dafür.

Bereits in den letzten Jahren berichteten schwedische und amerikanische Firmen von großen Erfolgen bei verkürzten Arbeitszeitmodellen: Die MitarbeiterInnen waren glücklicher, produktiver und sorgten für eine Qualitätssteigerung der Unternehmen.

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