Deutsche Familienministerin wirft Medien "Schweigekartell" vor

Katarina Barley will nach den Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen den deutschen Regisseur Dieter Wedel "rückhaltlose Aufklärung". Vor allem in den öffentlich-rechtlichen Medien.

Dem deutschen Regisseur Dieter Wedel wird von mehreren Schauspielerinnen vorgeworfen, sie sexuell belästigt oder vergewaltigt zu haben. Die Berichte sind im Zuge der #metoo-Bewegung an die Öffentlichkeit gelangt.

Der deutschen Familienministerin Katarina Barley (SPD) kommt jedoch eine Sache daran komisch vor: es sei eigenartig, dass so wenige von den vielen Weggefährten aus der Branche Stellung beziehen. "Das erweckt den Eindruck eines Schweigekartells. Ich erwarte hier gerade von den beteiligten öffentlich-rechtlichen Institutionen rückhaltlose Aufklärung", sagte die Politikerin.

"Ich hoffe sehr, dass jetzt viele Frauen den Mut finden, ihr Schweigen zu brechen"

Und weiter: "Ich bin normalerweise vorsichtig mit solchen Worten, aber: Wenn sich die Anschuldigungen bestätigen, dann ist das ein Skandal, von dem sehr viele Menschen gewusst haben müssen. Ich hoffe sehr, dass jetzt viele Frauen den Mut finden, ihr Schweigen zu brechen."

Der Saarländische Rundfunk hat angekündigt, eine Taskforce einzurichten. Interne Recherchen hätten Beweise ans Tageslicht befördert - unter anderem einen Arztbericht, sagte der Intendant Thomas Kleist. So hatte auch die Schauspielerin Esther Gemsch in der "Zeit" über einen versuchten Vergewaltigungsversuch von Wedel berichtet. Wegen Verletzungen konnte sie ihre Rolle damals nicht weiter spielen.

Der 75-Jährige Regisseur wies die Vorwürfe indes zurück und gab bekannt, sich dazu nicht mehr öffentlich zu äußern.

Aktuell