Designermöbel? Nicht für uns!

Zu teuer und kein Gespür für Design: die wenigsten ÖsterreicherInnen können etwas mit Designer-Möbeln anfangen.

Beim Begriff Design denken die meisten Österreicher, vor allem Frauen, an Mode. Mit Designermöbeln assoziieren 89 Prozent "teuer". Jeder zweite Teilnehmer an einer vom Magazin "more than design" in Auftrag gegebenen Umfrage würde dafür "auf keinen Fall" oder "eher nicht" mehr Geld ausgeben. Eingekauft wird vor allem bei Möbelhäusern und -diskontern, am meisten investiert ins Sofa.

Ziel war herauszufinden, was die Österreicher unter Design verstehen und was es ihnen wert ist, sagte Herausgeberin Heidi Khadjawi-Nouri. Ein Drittel verbindet mit dem Beruf des Designers Kleidung und Schuhe, bei den Frauen sogar 41 Prozent. Nur 13 Prozent aller Befragten nannten Möbel, Einrichtung und Innenarchitektur.

Ein Land der Design-Verweigerer

69 Prozent empfinden die Aussage "Designermöbel sind teuer" als voll und ganz zutreffend, weitere 20 Prozent als zutreffend. Als designinteressiert stuften sich 36 Prozent der Befragten ein, vor allem in Tirol, Vorarlberg und Wien. 33 Prozent sind der Meinung, die Österreicher seien eher "Design-Verweigerer".

Der Preis spielt für 48 Prozent eine "sehr große" Rolle, "nachhaltige Produktion" nur für elf Prozent. Drei Viertel kaufen in großen Möbelhäusern wie Leiner, XXXLutz etc.. 39 bzw. 38 Prozent zieht es zu Ikea bzw. zu Diskontern. In der Altersgruppe bis 39 pilgern sogar 50 Prozent "hauptsächlich" ins schwedische Möbelhaus, ab 50+ nur mehr jeder Vierte. 22 Prozent zählen den Tischler zu ihren wichtigsten drei Shopping-Adressen beim Möbelkauf, seine Beliebtheit steigt mit Alter und Einkommen. Auf Designfachgeschäfte setzen nur neun Prozent regelmäßig.

Wohnzimmer als Lieblingsraum

46 Prozent legen "sehr viel" und 36 Prozent "eher viel" Wert darauf, "es zu Hause schön zu haben". Wienern ist das am häufigsten "sehr wichtig", Kärntnern am wenigsten. 37 Prozent beschreiben ihren Wohnstil als "modern", 29 Prozent als "klassisch-elegant". Das Wohnzimmer ist für 64 Prozent der Lieblingsraum, weil es so gemütlich ist. Das "beste Stück" im Haus ist das dort geparkte Sofa, für das vergleichsweise tief in die Tasche gegriffen wird: "Ein Viertel der Österreicher gibt an, für die Couch am meisten Geld ausgegeben zu haben: 1.360 Euro."

Achtung Fangfrage: 21 Prozent identifizierten Inga Lindström als Designerin, eigentlich gehört dieses Pseudonym einer deutschen Drehbuchautorin (u.a. Rosamunde Pilcher). Weitere sieben Prozent hielten die ehemalige Abba-Sängerin Agnetha Fältskog für eine Designerin. Echte Meister ihres Fachs wie Thomas Feichtner und Charles Eames wurden von sieben bzw. drei Prozent erkannt. An der Spitze landete Philippe Starck mit 13 Prozent.

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