Deshalb hat mir der Kiweno-Selbsttest nichts gebracht

Was steckt hinter dem Hype rund um Nahrungsmittelunverträglichkeits-Selbsttests? Wir haben den Kiweno Nutriscreen getestet.

Der Test

Ich ernähre mich abwechlungsreich, ausgewogen und sehr gesund. Dennoch haben mir mein Magen und mein Darm den Krieg erklärt. Jede einzelne Reaktion meines Körpers auf ein Stück Obst, Gemüse oder das leckere Frühstücksmüsli beobachte ich deshalb äußerst kritisch. Höchste Zeit, dem Ganzen auf den Grund zu gehen. Ich entscheide mich deshalb für einen Unverträglichkeits-Selbsttest mit „Kiweno“ - einem Bluttest für zuhause. Auf der Homepage des Unternehmens informiere ich mich über den Ablauf und die angebotenen Pakete - scheint alles ganz easy. Ich bestelle mir den "Nutriscreen" Selbsttest für 99,- Euro.

Das Test-Kit kommt nach ein paar Tagen per Post bei mir an. Ich breite alle Utensillien auf Küchenpapier aus: Tupfer, zwei Lanzetten, Code-Sticker, Idendifikationskarte, Blut- und Transportröhrchen und Pflaster. Um die Durchblutung zu fördern, wärme ich meine Hände wie in der Anleitung beschrieben unter warmem Wasser an. Die linke Zeigefingerkuppe wird desinfiziert und nach einem zaghaften kurzen Piekser, massiere ich dann auch schon das Blut aus meinem Zeigefinger und versuche das Blutröhrchen zu füllen. Das entpuppt sich als ziemliche Geduldsprobe und ich erkenne, dass nicht ohne Grund schon mehrere Krankenschwestern an meinen Äderchen halb verzweifelt sind. Nach ca. 10 Minuten habe ich meine DIY-Blutabnahme geschafft. Im Vergleich zu Bluttests im Krankenhaus oder beim Hausarzt erscheint mir die Blutmenge sehr gering.
Alles ins Kuvert verpackt bemerke ich, dass ich vergessen habe, das Blutröhrchen in das Transportröhrchen zu stecken. Um auf Nummer sicher zu gehen schreibe ich deshalb dem Kiweno Support und bekomme Sonntagabend nach nur 20 Minuten bereits eine Antwort - immerhin!

Das Ergebnis

Nach gut einer Woche und einer Registrierung auf der my.kiweno Plattform, kann ich meine Ergebnisse einsehen. Ich erfahre, dass ich unter den getesteten Produkten auf ein einziges Lebensmittel stark unverträglich bin - die Haselnuss. Die Kiweno-Empfehlung lautet: erstmal 3 Monate darauf verzichten und Leinsamen, Cashew- oder Wallnüsse als Alternativen essen. Gut zu wissen, aber allein davon können meine Beschwerden wohl nicht kommen. Außerdem werden Lebensmittel, die ich häufiger verzehre - Himbeeren, Pilze oder Kichererbsen - im Histaminintoleranzselbstest abgetestet. Dafür müsste ich also schon wieder den nächsten Kiweno-Test kaufen und das Spiel würde von Vorne losgehen.

Mein Fazit

Wirklich viel herausgefunden hab ich nicht. Der Weg ins Labor wird mir wohl trotzdem nicht erspart bleiben.

Was der Kiweno Test eigentlich misst, erfahren Sie hier.

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