Der Zeck muss weg!

Zecken: Klein aber oho! Wer bei sommerlichen Temperaturen durch Wald und Wiese spaziert, kann schnell unliebsame Bekanntschaft mit den kleinen Tierchen machen, die viele Krankheiten, wie beispielsweise auch FSME übertragen. Eine Zeckenschutzimpfung kann in solchen Fällen lebensrettend sein.

Die Tiere können nicht nur Borreliose, eine bakterielle Infektion, sondern auchFrühsommer-Meningoencephalitis(FSME) übertragen. Diese Virusentzündung kann zur Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und des Zentralnervensystems führen. Die einzige sinnvolle Vorsorgemaßnahme lautet Zeckenschutzimpfung.

Alles über Zecken.

Ein Stich kein Biss!

Übrigens: Zecken beißen nicht, sondern stechen! In zehn bis 30 Prozent der Fälle hat dieser Stich einer mit FSME infizierten Zecke ein böses Nachspiel. Zu Beginn bildet sich eine rote Schwellung um den Verletzungspunkt. Ein bis zwei Wochen (Inkubationszeit) danach treten bei dem Betroffenen grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Erbrechen auf.


Bei einem Drittel der Erkrankten kommt es zu einer zweiten Erkrankungsphase. Nach weiteren ein bis drei Wochen treten stärkere Symptome auf: Es kommt zu hohem Fieber, Übelkeit, Nackensteifheit und einer Veränderung des Blutbildes. In weiterer Folge kann dies zu einer Hirnhautentzündung, einer Entzündung des Rückenmarks oder einer Beteiligung der Hirnhäute und des Gehirns führen. Der Patient leidet an Lähmungserscheinungen oder anderen bleibenden Dauerschäden. Diese schweren Symptome treten bei fünf bis 18 Prozent der Erkrankungsfälle auf, zwei Prozent verlaufen sie tödlich.


Ist die Krankheit erst ausgebrochen, können nur die Symptome gelindert werden.

Schutzimpfung

Um eine Grundimmunisierung gegen FSME zu erhalten, braucht es drei Teilimpfungen innerhalb eines Jahres. Die zweite Teilimpfung erfolgt etwa zwei Wochen bis drei Monate nach der ersten, die dritte Impfung sechs bis 12 Monate nach der ersten. Die ersten beiden Teilimpfungen sollten am besten am Jahresanfang erfolgen, denn im Frühjahr beginnt bereits die Zeckensaison.


Nach der Grundimmunisierung hat man drei Jahre bis zur ersten Auffrischungsimpfungs Zeit, nach dieser muss man nur noch alle fünf Jahre zum Impfen.Die Auffrischung kann übrigens das ganze Jahr über erfolgen.


Gegen FSME ist man erst rund zwei Wochen nach der 2. Teilimpfung geschützt,alle drei bis fünf Jahre sollte eine Auffrischung erfolgen. Mögliche Nebenwirkungen der Impfung können Rötungen an der Einstichstelle, Fieber oder Abgeschlagenheit sein.

Borreliose

Durch den Zeckenstich kann aber auch eine bakterielle Infektion, die so genannte Borreliose, ausgelöst werden. Die Zeckenimpfung schützt davor nicht, Borreliose kann jedoch mit Antibiotika behandelt werden.


Deutlichstes Anzeichen der Infektion ist ein roter Fleck auf der Haut. Selbst wenn dieser ohne Behandlung wieder verschwindet, kann sich die Infektion im Körper weiter ausbreiten. Außerdem können die Lymphknoten in der Nähe des Stichs sowie Gelenke anschwellen oder grippeähnliche Symptome auftreten.


Je schneller eine Borreliose erkannt und behandelt wird, umso besser stehen die Heilungschancen. Im schlimmsten Fall können chronische Erkrankungen der Gelenke, des Nervensystems oder des Herzens entstehen.

Zecken richtig entfernen

Omas Zecken-Hausmittelchen sind zu Recht aus der Mode gekommen. So geht es: Das Tier langsam und kontinuierlich mit einer Pinzette oder einer Zeckenzange aus der Haut ziehen. Dabei die Zecke möglichst nicht quetschen und dicht über der Haut am Kopf packen. Anschließend die Stelle desinfizieren!


Auf keinen Fall sollten Sie Öl oder Alkohol auf die Zecke geben, denn dann übergibt sie sich und überträgt besonders viele eventuell im Speichel enthaltene Erreger ab.

Impfaktion
Von 1. Jänner bis 31. Juli kann in Österreich die Zecken-Impfaktion genutzt werden. In diesem Zeitraum gibt es die Zeckenimpfstoffe bei Ärzten und in Apotheken um ein Drittel günstiger (Erwachsene € 27,30, Kinder € 23,20.

Weg mit dem Zeck
Je länger die Zecke am Körper sitzt, umso höher das Infektionsrisiko. Das Tier wird mit einer dünnen Pinzette oder eine Zeckenzange entfernt. Diese dicht über der Haut ansetzen und die Zecke vorsichtig herausziehen bzw. -hebeln. Die Zecke dabei nicht quetschen. Die Einstichstelle desinfizieren. Bei Unsicherheit einen Arzt zum Entfernen aufsuchen.
... Zecken nicht von Bäumen fallen, sondern vor allem im Gras und auf Sträuchern leben?
... aus diesem Grund der Großteil der Zeckenbisse bei Erwachsenen an den Beinen, der Gesäß- oder Genitalregion auftritt, bei Kinder dagegen vor allem am Kopf?
... Zecken in seltenen Fällen weitere Krankheiten wie Babesiose, Ehrlichiose, Fleckfieber oder Krim-Kongo-Fieber übertragen können?

Zecken-Zahlen
2010 wurden 63 FSME-Fälle (Spitalsaufnahmen) und ein Todesfall in Österreich registriert. Bevor es FSME-Impfungen gab, waren es noch 700 Fälle jährlich.
Das Risiko einer FSME-Infektion steigt bereits ab dem 50. Lebensjahr: 65 Prozent der im Inland registrierten Fälle waren Personen über 50.
Besonders betroffene Bundes-
länder: Oberösterreich und Steiermark.
(Quelle: ARGE Gesundheitsvorsorge)

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