Der Verhaltenscodex für "Die andere Frau"

Mit dem Mann einer anderen eine Affäre beginnen? Blöde Idee. Fünf Dinge sollte "die andere Frau" aber wissen. Ein persönlicher Gastkommentar einer WIENERIN-Leserin.

Regel Nummer Eins im internationalen Frauen-Solidaritätsabkommen: Fang nie was mit dem Mann einer anderen an. Punkt. Und zwar nicht, weil die „andere Frau“ die Hauptschuld trägt, wenn Betrug stattfindet. Sondern weil Frauen sich gegenseitig sowas nicht antun sollten.

Wem es doch passiert ist oder wer gerade mittendrin steckt, dem seien folgende Punkte ans Herz gelegt - sozusagen von Frau zu Frau.

1. Er wird euch nie die Wahrheit erzählen

Die Beziehung sei ja quasi eh aus, sie würden nicht mehr liebevoll miteinander umgehen, Sex gäbe es schon lang keinen mehr, sie wären ja nur noch wegen der Kinder zusammen – und die wären schon ein Unfall gewesen. Bullshit. Man kann die Wahrheit immer ein wenig drehen, aber haltet euch vor Augen, dass ihr nie die andere Seite kennen werdet. Und egal, ob er tatsächlich in euch verliebt ist oder es nur um Sex geht: Erzählen kann er viel, wenn der Tag lang ist.

2. Hüte dich davor, auch nur einen Fuß in ihre gemeinsame Wohnung zu setzen

Die Frau ist mit den Kindern übers Wochenende weg und für die Affäre wird am ehelichen Esstisch das Candlelight Dinner aufgetischt. Nach dem Betrug ist es für die betrogene Frau mitunter das schlimmste, wenn die Affäre die eigenen vier Wände betreten hat. Denn dann bleibt gar nichts mehr, an dem man sich festhalten kann, das unangetastet geblieben ist.

3. Kein Mann muss aus einer schrecklichen Beziehung gerettet werden

Das Helfersyndrom ist hier absolut fehl am Platz. Wenn er die Entscheidung getroffen hat, sie zu betrügen, ist er durchaus auch dazu imstande, die Entscheidung zu treffen, sie zu verlassen. Und fang bloß nicht damit an, eure Affäre mit seiner schlechten Beziehung zu rechtfertigen.

4. Denk nicht daran, mit ihr zu reden

Es mag dich der starke Drang überkommen – wahrscheinlich dann, wenn es mit ihm grade nicht so gut läuft – mit seiner Frau oder Freundin zu reden, ihr alles zu erklären. Stopp: Das ist keine Solidarität, das ist „sich vom eigenen schlechten Gewissen losreden und auf Absolution hoffen“. Denn am Ende des Tages hast du mit ihrem Mann geschlafen. Das kann einmal passieren, spätestens beim zweiten Mal hat es ein Gewicht, das man nicht weg erklären, nicht weg rechtfertigen kann. Wenn du weißt, das es falsch ist, dann lass es.
Wenn sie dir was zu sagen hat, wird sie sich melden.

5. Sisters before misters

Wie sagte schon die Madeleine Albright: „There is a special place in hell for women who don’t help other women.“ Die ehemalige US-Außenministerin spielte damit zwar auf die Berufswelt an, aber anwendbar ist ihr legendärer Spruch durchaus auf jeden Lebensbereich. Kein Nervenkitzel, keine Schmetterlinge im Bauch, auch nicht der beste Sex der Welt ist es wert, einer anderen Frau in den Rücken zu fallen. Ja, das mag hart sein, es mag Disziplin und ein deutliches "Nein" erfordern, aber wie heißt es so schön: Es gibt den einfachen Weg und den richtigen.

*Der Name wurde auf Wunsch der Verfasserin dieses Textes von der Redaktion geändert.

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