Der Tweet dieser 7-Jährigen geht um die Welt

Tausende ZivilistInnen sind im Osten Aleppos gefangen. Sie schicken per Twitter und Facebook ihre vielleicht letzten Nachrichten.

Fatemah Alabed ist Mutter einer 7-jährigen Tochter. Sie twittert darüber, wie ihre Tochter Bana ihren zweiten Zahn verloren hat, welche Bücher sie liest, wann sie schlafen geht. Und sie twittert darüber, dass Bomben ihr Haus zerstören, dass sie um ihr Überleben kämpfen, dass ihr Mann verletzt wurde.

Denn Fatemah und Bana sind gefangen im Osten Aleppos, jener syrischen Stadt, in der Regierungstruppen die noch verbliebenden Rebellengebiete einnehmen. Und in der sie laut UN bereits 82 ZivilistInnen getötet haben, darunter Frauen und Kinder.

Schreckensnachrichten aus Aleppo


Wer die Twitter-Nachrichten unter dem Hashtag #Aleppo durchscrollt, bekommt Schlimmes zu sehen. Menschen, die ihre letzten Hilferufe in die Welt schicken - ungewiss, ob sie die nächsten Stunden überleben werden. Bilder von explodierenden Bomben, Trümmern und Verzweiflung.

Auch die junge Frau Lina Shamy wandte sich via Twitter an die Öffentlichkeit: "Das könnte mein letztes Video sein", sagt sie. "Wir sind hier einem Genozid ausgesetzt." Ihre Nachricht "Rettet Aleppo, rettet die Menschlichkeit" geht derzeit um die Welt.

Laut Rotem Kreuz ist die humanitäre Situation katastrophal, die UNO berichtet von schrecklichen Taten gegenüber ZivilistInnen. Der Sprecher des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Rupert Colville, sagt: "Wir haben Berichte erhalten, dass viele Zivilisten von Regierungstruppen festgehalten werden. Wir wurde darüber informiert, dass Soldaten Häuser von Zivilisten betreten haben. Die Zivilisten wurden tot aufgefunden, darunter waren Frauen und Kinder." Er spricht von einem "völligen Zusammenbruch der Menschlichkeit". Für jene Menschen, die noch im "höllischen Viertel" der Stadt gefangen seien, habe man "düstere Vorahnungen".

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