In der Sackgasse

Ökonomin Dambisa Moyo hält nichts von der Entwicklungshilfe des Westens. Denn sie schade Afrika.

„Wir Frauen haben viel erreicht", sagt Dambisa Moyo, Entwicklungsökonomin aus Sambia und laut Time-Magazin eine der 100 einflussreichsten Menschen der Welt. „2011 sind mehr
Frauen in Lohn und Arbeit als Männer, immer mehr Mädchen haben einen Uniabschluss und im ruandischen Parlament sitzen sogar mehr weibliche Abgeordnete als in sonst einer Volksvertretung." Und doch: Es gibt noch viel zu tun. „Die meisten Hungernden leben in Afrika. Gleichzeitig ist Afrika der Kontinent mit dem größten Anteil unbewirtschafteten
Farmlands." Ein Problem, sagt Moyo, das relativ wenig mit der Geschlechterfrage, aber viel mit der westlichen Entwicklungshilfe zu tun habe. Dambisa Moyos Thesen dazu:

50 Jahre Entwicklungshilfe haben keinen nennenswerten Wirtschaftsaufschwung in Afrika bewirkt.
Dambis Moyo

Dafür aber weltweit das Bild der "unfähigen Afrikaner" verankert, die von Korruption, Krankheit, Armut und Krieg geprägt sind.

Dysfunktionalität

In vielen afrikanischen Ländern hat sich durch die Abhängigkeit vom Westen ein System installiert, an dessen Erhalt die Regierungen interessiert sind. Was sie hingegen nicht kümmert: die Belange der Einwohner ihres Landes.

Vertragsbruch.

Und damit wird der demokratische Vertrag zwischen Regierung und Bürgern gebrochen: hier
die Bürger, die Steuern zahlen, dort der Staat, der sich um öffentliche Güter wie Infrastruktur, Gesundheit, Bildung sorgt.

edes Mal, wenn Sie Geld nach Afrika schicken, wird es für mich als Afrikanerin schwieriger, meine Regierung für ihre Arbeit verantwortlich zu machen
Dambisa Moyo

Stillstand

Entwicklungshilfe belohnt also schlechte oder gar keine Arbeit. Dazu kommt westlicher Protektionismus: Agrarpolitik gegen afrikanische Produkte. „So hat Afrika keine Chance, eigenen Wohlstand zu erwirtschaften."

Aktuell