Der Pflückgarten lebt

Nach langen Wochen des Wartens war es soweit: WIENERIN-Autorin Eva Jankl hat ihren Pflückgarten übernommen. Noch sind die Pflanzen ganz klein, aber in einigen Wochen ist sie zumindest beim Gemüse Selbstversorger. Was dann auf den Tisch landet, stammt vom eigenen Feld aus Bioproduktion. Noch heißt es allerdings arbeiten ...

Unkraut jäten war bei der Übergabe des Pflückgartens noch nicht drinnen. Denn selbst dort, wo die Pflänzchen schon ihre Spitzen durch die Erde gebohrt hatten, war nicht so ganz klar, ist es Gemüse oder unerwünschter Wildwuchs. So gesehen war die Übergabe äußert unspektakulär. Wir konnten uns unter den freien Gärten unser eigenes Stück Feld aussuchen und dieses wurde dann mit einem Namenskärtchen markiert. Unser Stückchen Erde liegt ziemlich zentral im Feld, möglichst weit weg von den Straßen.

Richtig Jäten.

Dennoch war der Tag äußerst interessant, denn mich hat schon davor die Frage interessiert, welche Leute zur Selbstversorgung über den Sommer ein Stückchen Feld mieten. Und das Völkchen Pflückgärtner könnte nicht inhomogener sein: Darunter waren offensichtlich Garten versierte Frauen und Männer jeden Alters, die gleich mit dem passenden Werkzeug aufgetaucht sind und erst Setzlinge eingepflanzt haben, genau so wie blutige Anfänger wie wir. Besonders aufgefallen ist mir eine Dame, die mit dem Rad gekommen ist und bei der am Lenker eine kleine Milchkanne Marke letztes Jahrhundert hing. Ob sie darin wohl auch frische Milch vom Bauern holt? Ebenfalls hervorgestochen ist eine Gruppe junger Erwachsener, vermutlich Studenten, die gleich mehrere Gärten übernommen hat und die den Einzug aufs eigene Fleckchen Grün sogleich mit zwei Flaschen Rotwein angestoßen haben.

Unser 40m2 großes Feld selbst ist noch recht unspektakulär. Etwa drei Meter breit und 13 Meter lang ist es. Auf den Seiten ist es mit einer Schnur von den anderen Parzellen abgeteilt. Viel Unterschied zu einem normalen Acker weist es noch nicht auf, wenn man einmal von den Wasserleitungen absieht, die quer darüber zum Bewässern gelegt worden sind. Aber das wird sich schnell ändern. Ich hoffe später mit dem Unkraut entfernen überhaupt nachzukommen. Am Tag der Übergabe wurde uns noch davon abgeraten, da der Unterschied zum Gemüse für einen Laien noch nicht offensichtlich ist.

Klein, aber fein ist es

Die ersten Reihen sind noch unbepflanzt, die Setzlinge dafür habe ich erst für Mitte Mai bestellt, um einen möglichen Frost noch abzuwarten. Die Kinder hat es gefreut, so hatten sie noch etwas Platz zum Toben. Ob die Begeisterung hält, wird sich zeigen - momentan erzählen sie noch jedem, der ein bisschen Interesse zeigt, dass wir einen eigenen Garten haben. Hoffentlich bleibt das so. Ansonsten wird diese bestimmt beim ersten Mal im Erdbeerfeld direkt daneben geschürt. Auch diese Eröffnung kann nur noch wenige Wochen entfernt sein.

Kinder am Selbstversorgerfeld

Der nächste Bericht folgt nach dem ersten Mal Jäten ...

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