Der "perfekte" Körper im Wandel der Zeit: Bloggerin zeigt mit Photoshop, wie absurd Schönheitsideale sind

Wie der Körper der Frau auszusehen hat, verrät die Gesellschaft nur allzu gerne. Nur: Sie ändert ihre Meinung alle paar Jahre. Wie absurd das ist, zeigt eine Instagrammerin in einer Fotostrecke.

Wie der jetzt eigentlich ausschaut, der perfekte Körper? Naja, es ist so: Es kommt drauf an, wen du fragst. Und noch vielmehr, WANN du fragst. Schönheitsideale sind nämlich nicht nur aus der Hölle, sondern auch extrem wankelmütige Biester, die sich im Lauf der Jahrzehnte immer wieder verändern. Das ist frustrierend, nicht nur für konservative Geister, die sich nichts sehnlicher wünschen, als dass alles mal so bleibt, wie es immer schon war.

Soviel ist klar: Einfach nur existieren darf der Frauenkörper schon lange nicht mehr. Jedes Gramm Fett muss wohlgeformt an der richtigen Stelle sitzen. Die ändert sich freilich und ist so immer mal für andere Menschen nicht erreichbar. Wie absurd das im Wandel der Zeiten ausschaut, zeigt Fitnessbloggerin Cassey Ho aktuell auf Instagram. Die Body Positivity-Ikone hat bei ihrem eigenen Körper mit Photoshop nachgeholfen und inszeniert sich selbst als "perfekte Frau" im Schnelldurchlauf durch die Zeitgeschichte.

Kleiner Busen, großer Busen, gar kein Busen

Heute, in den Zehnerjahren, hat Ho also einen großen Hintern, dazu aber eine schmale Taille und volle Lippen, wie es Kim Kardashian vorlebt. Gesellschaftlich bleibt das nicht ohne Folgen: Zwischen 2012 und 2014 sei die Zahl der durchgeführten Po-Implantate und -Injektionen um 58 Prozent gestiegen, schreibt Ho.

Noch zehn Jahre zuvor hatte die Frau ihr Körpervolumen am besten nur am Busen zu tragen: flacher Bauch und Thigh Gap, dazu aber überproportional große Brüste waren der Look des neuen Jahrtausends. In den 90er Jahren war nicht mal platziertes Körperfett "erlaubt" - der superdünne "Heroin Chic" dominierte die Laufstege und Magazincover und verzeichnete einen Anstieg dokumentierter Essstörungen.

Hallo Schönheitskult, früher war's auch nicht besser

Wer jetzt entnervt mit den Augen rollt und (mal wieder) die Millennials für alles verantwortlich macht, dem sei die Sanduhrfigur von Marilyn Monroe ins Gedächtnis gerufen. In den 1950ern wurden Frauen sogar "Gewichtszunahmepillen" für die "perfekten Rundungen" angedreht. Die waren in den 1920ern noch so verpönt, dass sich Frauen ihre Brüste mit Stofffetzen abbanden, um "jungenhaft" zu wirken. Ein Körper ganz nach der aktuellen Mode ist also keine Erscheinung jüngster Zeiten, sondern hat Geschichte.

"Warum behandeln wir unsere Körper wie Mode?", fragt Ho. Und hat zu dem ganzen "Brüste sind in, nein doch wieder Out!"-Gedöns nur eines zu sagen: "Unsere Körper herzustellen ist um einiges gefährlicher als Kleidung herzustellen. [...] Behandelt eure Körper mit Liebe und Respekt und erliegt keinen Schönheitsstandards. Nehmt eure Körper an, denn sie sind EURE perfekten Körper." Vielleicht ist es an der Zeit, dass "Selbstliebe" figurenübergreifend "in" ist - und einfach nie wieder aus der Mode kommt!

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