Der perfekte Duft

Immer der Nase nach: Erfahren Sie hier, wie Sie Ihr neues Lieblingsparfum auswählen und welche Duftmärchen Sie getrost vergessen können.

Auf Schnupperkurs: Duftexperte Bart Pawlak vom britischen Parfumlabel Illuminum erklärt, wie Sie einen neuen Lieblingsduft auswählen.

1. Erobern Sie neue Duftwelten.

Unsere Nase liebt das Gewohnte, aber der zehnte Rosenduft ist wie der zehnte schwarze Rollkragenpulli: edel, aber fad. Legen Sie Ihre Düfte wie eine Duftgarderobe für verschiedene Anlässe an. Haben Sie keine Angst, unterschiedlichste Duftstile auszuprobieren. Die Chance, dass darunter ein neuer Lieblingsduft ist, ist hoch.

2. Kennen Sie Ihre Grenzen.

Eine untrainierte Nase gibt in der Parfümerie schnell auf. Probieren Sie maximal sechs verschiedene Düfte.

3. Parfum ist Hautsache.

Testen Sie Parfum nie nur auf Papierstreifen, sondern immer auf der Haut. Denn vor allem hochwertige Düfte entwickeln sich je nach pH-Wert Ihrer Haut dort höchst unterschiedlich. Ihren neuen Lieblingsduft sprühen Sie laut Bart Pawlak am besten in den Nacken. Dort entfaltet er sich besonders verführerisch, wenn Sie den Kopf bewegen.

4. Schluss mit Vorurteilen.

Tuberose finden Sie aufdringlich, Jasmin zu süß, weißen Moschus zu gewöhnlich ... Die meisten von uns haben Vorurteile gegenüber bestimmten Inhaltsstoffen, weil wir in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen damit gemacht haben. Dabei gibt es von jedem Duftstoff unterschiedliche Varianten und Qualitäten, die ganz verschieden riechen. Geben Sie den No-gos eine zweite Chance. Das Ergebnis kann unerwartet positiv ausfallen.

5. Suchen Sie das Besondere.

Kleine, private Parfumbrands wie Illuminum (erhältlich z. B. bei Le Parfum in Wien) legen Parfums in einer begrenzten Zahl von maximal 3.000 Stück auf. Dadurch können sie auch Duftstoffe verwenden, die es auf dem Rohstoffmarkt nur in kleinen Mengen gibt, wie Castoreum (künstliches Bibergeil) oder Styrax (ein wohlriechendes Baumharz). Das Ergebnis: Düfte, die überraschend anders riechen als der Mainstream.

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Zu viel Duft macht Schädelweh, parfümierte Handgelenke aneinanderreiben zerstört die Duftmoleküle: Über Mythen wie diese kann Françoise Donche, seit über 25 Jahren Chef-Parfumeuse bei Givenchy, nur schmunzeln. Was Sie gut und gern vergessen können:

Mythos #1: Beim Auftragen des Parfums nie Handgelenke aneinanderreiben!

Ob die Handgelenke nach dem Einsprühen mit Parfum aneinandergerieben werden oder nicht, hat keinen Einfluss auf die Duftentwicklung. Notwendig ist es aber nicht. Profis sprühen den Duft aus ca. 30 cm Entfernung auf und lassen ihn kurz lufttrocknen.

Mythos #2: Parfum auf schwitzender Sommerhaut verursacht Pigmentflecken!

Stimmt bei modernen Düften nicht. Parfum kann getrost zu jeder Jahreszeit und in jeder Klimazone auf die Haut gesprüht werden.

Mythos #3: Zu viel Parfum verursacht Schädelweh!

Jein. Ist man gegen einzelne Gerüche und Inhaltsstoffe sehr empfindlich, kann einem bei zu viel davon schon einmal schwindlig werden. Für einen Migräneanfall müsste man aber schon darin baden.

Mythos #4: Parfum darf niemals auf die Kleidung kommen.

Am besten wird Parfum in einer „Wolke“ rund um den Körper aufgetragen. Das heißt: Sie sprühen auf die Handgelenke und dann einmal rund um Kopf und Schultern, sodass sich die Duftmoleküle langsam auf Haaren, Schultern und Oberkörper (inklusive Gewand!) legen. Madame Donches Geheimtipp: Nie die Fußknöchel vergessen!

Mythos # 5: Parfum soll den Körpergeruch überdecken.

Das galt vielleicht mal im miefigen Barock. Heute heißt der Trend für kommende Duftkreationen: Natürlichkeit. Dazu Françoise Donche: „Die Menschen wollen sich selbst wieder spüren!“ Was auch bedeutet, dass sie nicht jeglichen Eigengeruch mit starken Düften überdecken, sondern einen Duft finden wollen, der mit diesem aufs Beste harmoniert.

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