Der Oscar-Fluch

Wenn es heißt „And the Academy Award goes to …“ ist das für Preisträger nicht unbedingt ein Grund zum Feiern. Denn oft zieht mit der goldenen Statue das Unglück ins Haus, das Liebe und Karriere killt.

Der Oscar gilt als Orden für die Besten der Zunft. „Wer ihn bekommt, hat’s geschafft“, sagte einst Academy Award-Gründer und Studioboss Louis B. Mayer. So mancher Gewinner stimmt inoffziell ein anderes Lied an.

Karriereknick

Denn statt Karrierekick ist der Academy Award oft ein Karriereknick. Die Gagen der Gewinner schnellen zwar nach der Verleihung in schwindelerregende Höhen. „Aber genau deshalb bleiben erhoffte Qualitätsrollenangebote aus, etwa von kultverdächtigen Independent-Filmern“, erklärt Los Angeles Times- Filmkolumnist Tom O’Neil. Ausgezeichnete Stars muss man sich leisten können. Und vielversprechende Produktionen können das oft nicht. Manche erwischt es sogar doppelt hart: Zieht der goldene Mann ins Heim ein, zieht der Partner oft aus.

Weiblicher Fluch

Selbst die Wissenschaft beschäftigt sich mit dem „Phänomen“: Der Oscar-Fluch schlägt demnach besonders in der Kategorie „Beste weibliche Hauptrolle“ zu. Laut Statistik verloren acht von zehn Preisträgerinnen der vergangenen Jahre nach der Auszeichnung ihre Partner.

Die Sache geht so weit, dass Hollywood mittlerweile nicht mehr wettet, wer den Oscar gewinnt, sondern wessen Beziehungen oder Karriere nach den Awards auf der Strecke bleiben.

Längeres Leben

Übrigens: Die Forscher fanden auch einen positiven Nebeneffekt. „Die Oscar-Gewinner leben vier Jahre länger als die ungekürten Kollegen“, so Professor Donald Redelmeier von der Universität Toronto. „Die Auszeichnung gibt den Schauspielern eine innere Ruhe und Gelassenheit, die das ganze Leben beeinflusst.“ Angesichts der bevorstehenden Karrieretiefs und Liebeskrisen können das die Preisträger gut brauchen.

Wen der Oscar-Fluch ereilt hat:

Halle Berry
Charlize Theron
Gwyneth Paltrow
Tatum O'Neal
Sandra Bullock

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