Der neueste Dating-Trend ist ziemlich gruselig

Die Dating-Trends des Social Media Zeitalters, Ghosting, Benching und Stashing, können weh tun, sind in erster Linie aber Zeichen emotionaler Unreife und nervig. Der Tindstagrammer zeichnet sich hauptsächlich durch Penetranz aus.

Als ob Online-Dating und all diese Dating-Trends nicht schon komisch genug wären, hat sich jetzt eine neue Kategorie an seltsamen Typen herauskristallisiert: Der Tindstagrammer. "Niemals die Flinte ins Korn werfen!", ruft er enthusiastisch. "Aufgeben tut man einen Brief!" Und klopft sich selbstherrlich auf die Schulter. Was er nicht kapiert: Du willst nichts von ihm. Und so belästigt er dich App-übergreifend.

Der Sinn von Tinder ist ja eigentlich, dass man sich mit den gebrochenen Egos Abgewiesener nicht herumschlagen muss. Kein betretenes Schweigen, keine Erklärungsnöte oder Entschuldigungen für das eigene Desinteresse. Wer nicht gefällt, wird flugs weggewischt und ward nie mehr gesehen. Eigentlich. Der Tindstagrammer will das nicht einsehen und schummelt sich, wie es das New York Magazine so schön definiert hat, direkt in deine Instagram Direct Messages.

Ein Tindstagrammer in freier Wildbahn.


Ein Tindstagrammer in freier Wildbahn.

Seit 2015 kann man Instagram- und Tinder-Profil miteinander verbinden und hat den Stalkern damit Tür und Tor geöffnet. Alles, was sie brauchen, ist ein halbwegs gutes Gedächtnis und die Detektivskills eines 9-jährigen Knickerbockerbande-Fans und schon hast du eine neue Privatnachricht auf Instagram von den verschmähten Nicht-Matches deiner Dating-App.

Ein Tindstagrammer versucht sein Glück


Ein weiterer Tindstagrammer versucht sein Glück.

Es ist ein internationales Phänomen.


Es ist ein internationales Phänomen.

"Hallo!," schreiben sie. "Ich habe dich auf Tinder gesehen, fand dich interessant und dachte, ich schau mir mal dein Instagram an!" Und natürlich schmilzt dein Herz beim Anblick dieser Zeilen, denn was könnte anziehender sein, als von jemanden gegen den eigenen Willen kontaktiert zu werden? Das hat ja schon in analogen Zeiten in Bars wahnsinnig gut funktioniert. (Wir rollen an dieser Stelle mit den Augen.)


Wer es nicht schafft, in kompakter Form auf Tinder ansprechend zu wirken, wird die Meinung seines Gegenübers auch nicht mit einer Masse an Selfies, Essensfotos und semi-origineller Bildunterschriften ändern.

Liebe Tindstagrammer, bitte lasst es einfach. Ein "Nein" nicht akzeptieren zu können, mag in der schmachtenden Romantik der Groschnheftln charmant wirken, hat 2017 aber wirklich nichts mehr verloren. Danke.

Keine Sorge - nicht jeder auf Tinder ist creepy. Diese Zwei sind zum Beispiel ziemlich süß:

Aktuell