Der nächste Superheld

Nach mehreren Anläufen gilt der Waliser Ioan Gruffudd als Hollywoods feschester Newcomer.

Ioan Gruffudd ist schon mit der Titanic untergegangen, hat 101 Dalmatiner gebändigt und als Sir Lancelot neben einem wie Clive Owen bestanden. Nach mehreren Anläufen gilt der Mann aus Wales nun endlich als Hollywoods feschester Newcomer.

Text Julia Wagner FotosCORBIS OUTLINE, 2006 Senator Film

Woran erkennt man, dass man Hollywoods Next Big Thing ist? Wenn man im Blockbuster des Sommers eine Hauptrolle hat? Wenn einem das eigene Konterfei von Plakatwänden bis Cornflakespackungen entgegenlächelt? Oder wenn man seine eigene Actionfigur hat? Bei dem Schauspieler Ioan Gruffudd trifft ­alles miteinander zu – und doch war der Newcomer-Bonus nie viel mehr als heiße Luft. Bis jetzt. Auch wenn sein Name ungefähr noch immer so geläufig ist wie der des letzten Nobelpreisträgers für Chemie. Aber vielleicht liegt’s auch nur daran, dass er so schwierig auszusprechen ist.

„Yo-an Griffiths“, sagt Gruffudd gerne, wenn er jemanden begrüßt – und lässt damit keinen Zweifel, wie der walisische Name richtig betont wird. Seine Herkunft aus Cardiff hat ihm aber noch ganz andere Probleme beschert als ständig falsch geschrieben zu werden. Hollywood und die eingeschworene Comic-Fangemeinde waren nämlich anfangs alles andere als begeistert, dass ausgerechnet ein Nicht-Amerikaner ihren ge­liebten Superhelden Reed Richards in Fantastic Four darstellen soll. Doch der 33-Jährige wollte die Rolle. Unbedingt. Und trainierte sich monatelang einen breiten amerikanischen Akzent an. Bei Promo-Auftritten für den ersten Teil des Streifens lief das noch ziemlich holprig ab. „Bei jedem Witz, den ich versucht habe zu reißen, herrschte tödliche Stille“, erinnert er sich mit Schaudern. Mittlerweile nimmt man ihm den US-Bürger ganz gut ab.

Mehr über den feschesten Newcomer Hollywoods lesen Sie in der August-Ausgabe der WIENERIN.



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