Der Mann im Schatten

Manch ­erfolgreiche Frau wirft einen so langen Schatten, dass es für ihren Mann unmöglich ist, aus diesem zu treten – wir kennen ihn dann nur als Anhängsel vom roten Teppich.

Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten. Doch so manche ­erfolgreiche Frau wirft einen so langen Schatten, dass es für ihren Mann unmöglich ist, aus diesem zu treten. Darum kennen wir diese Typen auch nur als Anhängsel vom roten Teppich.

Text Julia Wagner Fotoswww.viennareport.at

Marion Cotillard hat seit kurzem nicht nur den Oscar, sondern auch ein Problem. Ihr Freund, der französische Schauspieler Guillaume Canet, hatte nämlich seine Exfreundin Diane Kruger verlassen, als deren Karriere nach Troja raketen­artig losging – und seine nicht. Die 32-jährige Cotillard wäre jedenfalls nicht die erste Schauspielerin, deren Oscar plötzlich der einzige Mann im Haus ist. Schon die Gewinnerinnen Hilary Swank oder Reese Witherspoon können ein Lied davon singen, wie es ist, wenn der Ehemann plötzlich im Schatten steht. Als Witherspoon 2006 die Trophäe als beste Hauptdarstellerin in Walk The Line kassierte, saß Ehemann Ryan Phillippe noch mit gequältem Lächeln im Publikum, kurze Zeit später ging die Ehe in die Brüche. Erst kürzlich klagte der 33-Jährige: „Der einzige Grund, warum sich Paparazzi für mich interessieren, ist, dass ich mit der bestbezahlten Schauspielerin der Welt verheiratet war.“

Wenn es heißt, dass hinter jedem erfolgreichen Mann eine starke Frau steht, die ihm den Rücken freihält, fragt man sich, wer eigentlich hinter einer erfolgreichen Frau steht? Ein verunsicherter Mann? Und warum gerät die Karriere vieler von ihnen ins ­Stocken, kaum dass die Frau an ihrer Seite prominent ist?

Bei ihrer Verlobung im Jahr 1999 war Catherine Zeta-Jones die relativ unbedeutende Schauspielerin aus der walisischen Stadt Swansea – und Michael Douglas der Hollywoodstar. Heute ist der 63-Jährige vorwiegend Hausmann und die 38-Jährige eine der gefragtesten Schauspielerinnen der Traumfabrik. „Mama dreht Filme, Papa macht Pfannkuchen“, brachte es Douglas, der sich selbst gerne „ Mr. Mom“ nennt, in einem Interview auf den Punkt. Auch Matthew Broderick war in den Achtzigerjahren mal so was wie ein Weltstar und drehte Hits wie Ferris macht blau oder Wargames. Heute kennt man ihn vor allem als Anhängsel der Sex and the City-Ikone Sarah Jessica Parker, wenn er, meist einen Schritt hinter ihr, über den roten Teppich schreitet oder von Fotografen beiseitegedrängt wird.

Dennis Quaid machte kein Geheimnis daraus, dass er das Leben an der Seite von Amerikas damaligem Top-Sweetheart, seiner Exfrau Meg Ryan, nur mit Kokain und Alkohol überstehen konnte. „ Ich ging durch tiefe Depressionen. Es war eine kranke Ehe“, sagt er. Auch Guy Richie ist von Erfolglosig­keit befallen, seitdem er 2000 die Queen of Pop geheiratet hat. Galt er mit Filmen wie Dame König Bube Ass und Snatch als einer der talentiertesten Nachwuchs-Regisseure Englands, produzierte er seit der Hochzeit gerade mal noch den Flop Swept Away und den wenig bekannten Streifen Revolver. Jetzt machte ihm „Her Madgesity“ auch noch sein Genre streitig und präsentierte bei der Berlinale im Februar ihre erste eigene Regiearbeit. Nicht weiter verwunderlich, dass der 39-Jährige bis heute allergisch darauf reagiert, wenn er Mr. Madonna genannt wird. Auch wenn er sonst eigentlich für seine Ironie bekannt ist und gerne Sätze sagt wie: „ Ich verstehe, dass sich die ganze Welt für meine Frau ­interessiert. Deswegen habe ich sie auch geheiratet.“

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Wer verkraftet den Höhenflug seiner Partnerin? Lesen Sie in der April-WIENERIN mehr über die Männer im Schatten ihrer berühmten Frauen.

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Sarah Jessica Parker & Matthew Broderick: Der 46-jährige Broderick ist heute selbst gefeierter Bühnenstar, hält sich aber lieber dezent im Hintergrund.

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