Der Mann im Mittelpunkt

Für das Zentrum des Universums hält sich Kevin Bacon nicht, weltberühmt ist der amerikanische Schauspieler aber dennoch ganz gern.

1994 tauchte im Internet erstmals eine Newsgroup mit dem Titel „Kevin Bacon is the Center of the Universe“ auf. Für so bedeutend hält sich der amerikanische Schauspieler selbst zwar nicht, aber weltberühmt ist er dennoch ganz gern.

Text Peter Hiess Fotos Ben Watts/Corbis Outline; 2008 Universal Studios

Im neuen Kinofilm Frost/Nixon gibt Kevin Bacon den knall­harten Politprofi. Als Colonel Jack Brennan, Stabschef des vom Watergate-Skandal gebeutelten Richard Nixon, setzt er sich auch drei Jahre nach dessen Rücktritt noch immer für „seinen“ Präsidenten ein, der zum Hassobjekt der Anti-Vietnam-Genera­tion geworden ist. Nur zehn Prozent von Nixons Entscheidungen seien vorsätzlich schlecht und falsch gewesen, sagt Brennan – und danach könne man einen Mann doch nicht für den Rest seines Lebens beurteilen.

Ob Bacons Glaube ans amerikanische System auch privat so groß ist, darf man bezweifeln, macht ihm doch schon allein der Kapitalismus wohl ziemlich zu schaffen. Wie man Pressemeldungen entnehmen kann, kämpfen er und seine ebenfalls schauspielernde Frau Kyra Sedgwick nämlich derzeit mit ihrer ganz eigenen Finanzkrise: Auch sie hatten ihr Geld vom Wall-Street-Spekulanten Bernard Madoff verwalten lassen, der vor kurzem verhaftet wurde, weil er mit einem betrügerischen Schneeballsystem seine Anleger um umgerechnet 35 Milliarden Euro gebracht hat.

Aber wie erzählte der heute 50-jährige Kevin Bacon ja bereits vor einiger Zeit der Zeitschrift Cosmopolitan: „Ich wusste schon in jungen Jahren, dass nur die Kunst zählt – und Business das reinste Teufelszeug ist.“ Deswegen ist er ja auch zum Film gegangen …

Mit 17 Jahren verlässt Bacon das gutbürgerliche Elternhaus in Philadelphia und beginnt in New York eine Schauspielausbildung. Nach erfolgreichen Off-Broadway-Rollen und der Mitwirkung in einer Fernseh-Soap ist er 1977 in der durchgedrehten College-Komödie Ich glaub’, mich tritt ein Pferd (mit dem legendären John Belushi) erstmals auf der Leinwand zu sehen – allerdings in einer Nebenrolle, die ihn wider Erwarten nicht weltbekannt macht.

Er arbeitet also weiterhin als Kellner, wartet auf eine neue Chance und beschließt, im Big Apple zu bleiben, wo er bis heute mit seiner Frau und zwei Kindern lebt. „L. A. ist die Stadt der Angst“, sagt er. „Ich fürchte mich jedes Mal, wenn ich dort zu tun habe.“ Nach ein paar weiteren Nebenrollen in Freitag der 13. und American Diner gelingt ihm 1984 endlich der Durchbruch: In Footloose gibt er einen Großstadt­jugendlichen, der sich in einem prüden Kaff gegen das Verbot von Musik und „Fun“ auflehnt, indem er sich durch ein spielfilmlanges Musikvideo tanzt.

(...)

Vom Teenageridol zum Charakterdarsteller: Lesen Sie mehr über Kevin Bacon in der Februar-Ausgabe der WIENERIN.

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