Der Mann, der Frauen zu Superheldinnen macht

Er ist ein ganz großer Lichtblick in Sachen Gleichberechtigung in Hollywood: Paul Feig, Regisseur der "Ghostbusters", prangert die Frauenfeindlichkeit der Filmindustrie an.

Am Wochenende ist der neue "Ghostbusters"-Film an der Spitze der US-Kinocharts eingestiegen. Doch nicht alle Fans - vor allem nicht die männlichen - sind begeistert von der neuen Version des Films. Der Grund: die Hauptdarstellerinnen sind diesmal weiblich.

Die Misogynie Hollywoods am Pranger


Diese Kritik kann der Regisseur Paul Feig, der auch schon als "König der Frauenkomödien" beschrieben wurde, gar nicht nachvollziehen und konterte damit, dass Actionfilme ohnehin schon zu lange nur für 15-jährige Burschen gemacht wurden.

"Es ist 2016. Wenn Sie ein Problem mit Frauen in einem Film haben, dann stimmt etwas nicht mit Ihnen", ließ er den Kritikern ausrichten. Er macht damit die Misogynie in Hollywood zum Thema und hat - zu Recht - keine Geduld mit denen, die ein Problem mit Frauen als Superheldinnen haben. Vor allem die Schauspielerin Leslie Jones ist derzeit vielen rassistischen und sexistischen Kommentaren ausgesetzt.

Die Hauptrollen in "Ghostbusters" (Österreich-Start: 5.8.) spielen nun Melissa McCarthy (45) als Abby Yates, Forscherin des Paranormalen, Kristen Wiig (42) als Teilchenphysikerin Erin Gilbert, KateMcKinnon (32) als Nuklearingenieurin Jillian Holtzmann und Leslie Jones (48) als Patty Tolan, Fährtensucherin für Geister.

Was der Film wirklich zu bieten hat, wird sich noch zeigen


Paul Feig arbeitet nicht zum ersten Mal mit tollen Frauen am Set zusammen. 2011 gelang Feig mit der Komödie "Brautalarm" ein Überraschungserfolg - Schauspielerin Melissa McCarthy wurde als beste Nebendarstellerin für einen Oscar nominiert. McCarthy spielte auch bei seinen Filmen "Taffe Mädels" (2013) und "Spy – Susan Cooper Undercover" (2015) mit.

Ob der Film unseren feministischen Ansprüchen gerecht wird, werden wir noch sehen - doch immerhin wagt einer das Mammut-Projekt, aus einem Film von und mit Männern zumindest einen Film mit Frauen zu machen. Und der Frauenfeindlichkeit in Hollywood somit zumindest ein Stück weit ein Schnippchen zu schlagen.

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