Der Illusionist

Use Your Illusions! Animationsgenie Sylvain Chomet verfilmt ein Drehbuch der französischen Komödiantenlegende Jacques Tati. In der Hauptrolle: Der 1982 verstorbene Tati selbst. Gezeichnet fürs Leben in einer trickreichen Kinopoesie. Wahre Magie gibt’s nicht? Von wegen!


Paris 1956: Die verstaubten Zaubertricks des alternden Unterhaltungskünstlers Tatischeff locken kein Publikum mehr in die roten Plüschsessel der Varieté-Theater. Noch weniger kann sich Tatischeff selbst täuschen: Die Ära der klassischen Bühnen-Zauberer ist vorbei. Kein Hahn kräht in diesen aufregenden Zeiten des Umbruchs nach Bauchrednern, traurigen Clowns oder Männern, die weiße Kaninchen aus Zylindern zaubern. Die Bühne gehört nun den Rockbands. Und so tingelt der arbeitslose Showbiz-Dinosaurier mit seinem Zauberkoffer und seinem bissigen Nager von einem kleinen Auftritt zum nächsten bis er in einem winzigen Kaff in Schottland auf überraschend gefälliges Publikum trifft ....


Alice
heißt das unscheinbare und einsame Wesen, das nur auf eine Fahrkarte ins Wunderland gewartet hat. Schmutzig und trostlos ist der Job, den Alice als Putzkraft im Pub zu erledigen hat, rein und hoffnungsfroh dafür ihr Herz. Ihre überschwängliche und kindliche Begeisterung für die von Tatischeff vorgeführten Kunststücken rührt den müden Showbiz-Krieger, der in Alice eine Art "wiedergefundene Tochter" zu sehen scheint. Kein Wunder also, dass die beiden bald gemeinsam zu einem Abenteuer aufbrechen, dessen Ausgang ungewiss ist ...

Filmkritik:
Heute wollen wir es kurz machen: Großartiger Film. Detailverliebt und hinreißend gezeichnet. Der beste Ausflug in die Welt der Illusionen. Eine wohltuende Zeitreise in die 50er Jahre, auch für die, die weder Jacques Tati noch seine Kunstfigur Monsieur Hulot kennen. Die Rückkehr in die Erdbeben erschütterte Gegenwart ist ein harter Aufprall, den man erst verkraften muss, und tut richtig weh.

3 Mal war Sylvain Chomet bereits für den Oscar nominiert:

2004:
Mit seinem Erstlingswerk Das große Rennen von Belleville in den Kategorien Bester animierter Spielfilm UND Bester Song nominiert.

2011:
Auch Der Illusionist erhielt in der Kategorie Bester animierter Spielfilm eine Oscar-Nominierung, das Rennen machte aber Toy Story 3.

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