Der Horizont in dir

SPINNWEBEN AUF HOBBYS.
Seit vier Wochen sitze ich nun im Hof vor meiner Wohnung, rauche viel zu viele Zigaretten und überlege, was ich mit meinem „Überraschungsgeschenk“ anstellen will. Noch hängt das Couture-Kleid gut verpackt im Kasten. Ich weiß aber, dass ich es eines Tages herausholen und damit überall hingehen werde, wozu ich Lust habe. Die Frage ist halt nur: Was ist das eigentlich? Als Erstes fielen mir da natürlich frühere Hobbys ein, auf denen sich schon ein paar Spinnweben angesammelt haben. Reiten gehen zum Beispiel. Tango tanzen. Bilder malen. Alles Sachen, die ich liebend gern gemacht habe, bevor Kinder, Haustiere und anstrengende Partner in meinem Leben überhand genommen haben. Würde ich all dem jetzt wirklich wieder nachgehen wollen? Hat das noch was mit mir zu tun? Und warum, verdammt, habe ich der übrigen Bevölkerung meines Haushalts überhaupt so viel Raum gegeben, dass ich nicht einmal mehr weiß, ob mir meine eigenen Hobbys noch Spaß machen?

FREI ATMEN.
Extrem erquicklich war die Idee, wieder in den Reitstall oder zu einer Tanzerei zu gehen, dann im Endeffekt aber doch nicht. Ja, okay, könnte man mal wieder machen, aber ist es das, wonach ich mich beim Blick aufs Meer gesehnt habe? Nein. Was um Himmels willen könnte also meinem Brustraum dieses aaahhngenehme Gefühl der Weite geben? Hmmm … wenn es die Außen welt nicht ist, dann vielleicht die Innenwelt. Der Brustraum selbst. Und wann ist der weit? Wenn diese komische Klammer weg ist, die so oft draufsitzt. Die Klammer der Angst, was falsch zu machen. Zu ehrlich zu sein. Oder vielleicht ganz einfach: zu groß zu sein

Aktuell