Der ewige Kampf mit der Strumpfhose

Irgendwas rutscht immer! Von wegen Beinfreiheit: Katharina Reményi hat ein schwieriges Verhältnis zu Strumpfhosen.

Meine Freundin B. lebt nach dem Motto "No risk, no fun". Das tut sie nicht nur, wenn sie in der Regenzeit nach Sri Lanka fährt und eine Unterkunft bucht, die noch keine Bewertungen hat. Ihre romantische Vorstellung: ein Geheimtipp. Die Realität: Das Resort war noch nicht fertig. Zumindest die Dusche hat sie dank des Monsuns nicht vermisst, da das Badezimmer eh noch kein Dach hatte. Zurück im winterlichen Wien wollte sie dann wieder in den tropischen Regen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Strumpfhosen-Wurst und Zwickel-Not

High risk und (almost) no fun bescheren auch mir die kalten Temperaturen. Der Grund dafür ist kein Fernweh, sondern dass der Februar bei uns nach Strumpfhosen verlangt. Das ist an sich noch kein Argument gegen den Winter. Mein Problem sind mehr die Strumpfhosen. Dazu muss man wissen, dass ich recht groß bin. Aber, wie B. immer sagt: Gott ist gerecht. Mir sind fast alle Strumpfhosen zu kurz. Und es gibt nichts, wirklich nichts Unangenehmeres als Strumpfhosen, die zu kurz sind - denn die haben die Angewohnheit, sich von der Taille abwärts langsam einzurollen und eine Art Wurst zu bilden, die spätestens zu Mittag quer über dem Hintern liegt. Das passiert, wenn ich weite Sachen anhabe. Aber die Dinger haben Varianten parat. Denn bei engeren Sachen hat die Wurst keinen Platz und es ist der Zwickel, der sich langsam, aber sicher in Richtung Knie bewegt. Um die Rutschpartie aufzuhalten, hilft nur eine breitere Gangart. Nicht besonders schick, ich weiß. Aber die Kunst, den Bund wieder elegant (und unbemerkt) hochzuziehen, beherrscht meiner Meinung nach nicht einmal "Mrs. Perfect" Kate Middleton. Muss sie auch nicht, denn in England ziehen die ja selbst bei Minusgraden keine Strumpfhosen an. Die Meghan Markle wird sich noch schön anschauen ...

Ohne Laufmaschen, dafür mit Loch am Zeh

Anyway. Dass die Strumpfhosen quasi mit mir Schlitten fahren, ist eine Sache. Dass sie jetzt aber technisch auch noch so ausgeklügelt sind, dass so gut wie keine Laufmaschen mehr über Schienbeine, Waden und Schenkel unterwegs sind, eine andere. Und hier wären wir wieder beim Risiko, das die Frage beinhaltet: Kann ich die noch anziehen? Denn da auf meinen Beinen weder Kurzstrecke noch Marathon gelaufen wird (in welchem Sinne auch immer), bilden sich bei meinen blickdichten schwarzen 100 DEN meistens einfach nur Löcher bei den Zehen. Der No-Fun-Part zur Sache mit dem Risiko in kurzen Worten: Loch gehabt, keine andere Strumpfhose gefunden. Zu faul zum Stopfen, zu schade zum Wegwerfen. Trotzdem angezogen und wo eingeladen gewesen, wo man die Schuhe ausziehen muss. Alles klar? Nächstes Jahr flieg ich vielleicht doch mit der B. nach Sri Lanka ...

katharina.remenyi@wienerin.at


Dieser Artikel erschien zuerst in der WIENERIN, Ausgabe Februar 2018, am 25.1.2018.

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