Der Brief dieser Frau an ihren Vergewaltiger ist verdammt inspirierend

"Niemals wirst du meine Seele zerstören."

Amy-Lee Goodman war 27 Jahre alt, als sie im Frühling 2015 vom Mitbewohner ihres Freundes vergewaltigt wurde. Eineinhalb Jahre später - nachdem mehrere Deals abgelehnt wurden - kam der Fall vor Gericht und der Täter wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Am Tag seiner Verurteilung las Goodman vor Gericht einen starken Brief an ihren Vergewaltiger vor, der von der "Cosmopolitan" veröffentlicht wurde. Im Brief beschreibt die junge Frau ihren Leidensweg, ihre Posttraumatische Belastungsstörung, mit der sie zu kämpfen hat und alles, was sie seit der Vergewaltigung erleben musste. Und sie beschreibt auch, welch große Unterstützung und Hilfe sie von ihrer Familie, ihren FreundInnen und auch dem Gericht bekommen hat - letzteres ist leider eine Ausnahme, wie die geringe Verurteilungsrate bei Vergewaltigungen zeigt.

Wird ihr vor Gericht geglaubt?


"Meine Angst vor dem Gerichtsprozess ähnelt jener vieler Opfer: Werden sie mir glauben, wenn sie meine Geschichte hören? Ich werde nie wieder an dieser Frage zweifeln müssen", schreibt Goodmann. "Ich werde diesen 11 Männern und der einen Frau für immer dankbar sein, die den Täter schuldig gesprochen haben."

Mehr zum Thema: "Wieso sollten Frauen jemals eine Vergewaltigung erfinden?"

Im Brief beschreibt die junge Frau auch, wie sich die Vergewaltigung zugetragen hat. In der Nacht, als es passierte, war sie mit dem Täter und ein paar anderen FreundInnen Karaoke singen. Als sie später in der Wohnung war und eingeschlafen ist, wurde der Täter übergriffig. Sie wachte auf, als der Täter sie vergewaltigte. Die junge Frau beschreibt die eineinhalb Jahre vor der Verurteilung als "das Traumatischste, was ich je erlebt habe - und so entwürdigend". Sie adressierte ihren Vergewaltiger im Brief persönlich, mit einem der stärksten Statements am Ende des Briefs:

"Hört gut zu, denn wir werden euch alle zur Verantwortung ziehen"


"Es war nicht der Alkohol, der mich auf dieser Couch belästigte und seine Hände unter meinen Rock führte. Du warst es. Es ist wirklich ermutigend für mich, dass 12 Leute deine ekelhaften Andeutung, ich hätte dich alkoholisiert und du hättest mich deshalb vergewaltigt, nicht geglaubt haben.

Es hat mich einen riesigen Kraft- und Zeitaufwand gekostet, mein Selbstwertgefühl wieder aufzubauen. Und zu lernen, dass nicht alles, was kaputt ist, auch weniger schön oder wertvoll ist. Das ist der Grund, warum ich, heute, meine Stimme wiedergewinne und dir sage: du kannst meinen Körper missbrauchen, du kannst mein Herz zertrümmern, aber du wirst nie meine Seele zerstören. Also hör mir zu, wenn ich dir sage, dass der einzige Teil von mir, den du jemals haben wirst, meine Scham sein wird. [...] Ich hoffe, dass dieser Fall ein Vorbild sein wird, nicht nur für dich, sondern für alle Männer da draußen, die glauben, dass Frauenkörper ihnen gehören, dass sie Frauen missbrauchen dürfen. Hört mir gut zu: die Frauen dieser Welt werden euch dafür zur Verantwortung ziehen.

Heute hier zu stehen, bedeutet, dass ich meine Stimme für alle Frauen erhebe, die zum Schweigen gebracht werden, die sich schämen und die sich nicht stark fühlen. Ich stehe hier für euch und mit euch. Ich hoffe, dass meine Geschichte der Gerechtigkeit zeigt, dass sich die Zeiten ändern und dass ihr nicht alleine seid, dass ihr mächtig seid. Wir müssen nicht mehr nur Überlebende sein. Frauen dieser Welt, wir sind so viel mehr: wir sind Kämpferinnen."

Aktuell