Der Brav-Rabatt

Kinder ziehen einem manchmal ganz schön das Geld aus der Tasche. Toll ist es, wenn sie einem aber auch zur Abwechslung etwas einbringen. In den USA gab’s bei einem Restaurant-Besuch plötzlich eine „Prämie für gutes Benehmen“. Dabei ist gutes Benehmen doch Selbstverständlichkeit, oder?!

Mahlzeit! Wer kennt das nicht? Kinder hinterlassen bei Tisch oft einen Sausstall. Das Gulasch spitzt auf die Tischdecke, am Sessel klebt Tomatensoße, der Salat macht einen saftigen Salto, der Orangensaft läuft über den Teppich, das Schoko-Croissant bröselt fettreich am Fußboden, Reis klebt in die Hausschuhe gestampft und Chips werden von die Küche bis ins Wohnzimmer verteilt.

NACH dem aufwendigen Kochen und dem raschen Essen beginnt für die Eltern die eigentliche Arbeit. Daher freut man sich natürlich mit der ganzen Bande ab- und zu auch ein Restaurant aufsuchen zu können, wo zumindest die Zubereitung der Speisen wegfällt.

Geld fuers Bravsein

Dass die Eltern auch in der fremden Umgebung ihren Nachwuchs dazu anhalten, sich bei Tisch nicht wie ein Neandertaler zu benehmen, ihr Essen nicht durch die Luft zu wirbeln oder zwischen den Beiden des Servierpersonals fangen zu spielen, versteht sich eigentlich von selbst. Oder?

Offensichtlich NICHT! In den USA gab ein spendabler Restaurantbesitzer nun Anlass zu landesweiter Diskussion: Einer Familie wurde ein Rabatt von vier US-Dollar gewährt, weil sich die Kinder im Restaurant so gut benommen haben. „Ein Beispiel, das Schule macht oder Schule machen sollte?" möchte die US-Konsumenten-Plattform The Consumerist wissen.

Manche Eltern begrüßen diese Initiative und wünschen sich, alle Restaurants würden derartige „Prämien" für gutes Benehmen einführen. Andere Eltern behaupten kühn, ihre Sprösslinge immer und überall unter Kontrolle zu haben und deswegen auf „erzieherische Maßnahmen" seitens der Gastronomiebetreiber gut und gerne verzichten zu können.

Allein das leid geprüfte Gastronomie-Personal spricht eine andere Sprache: Kinder, die ungebremst in Restaurants ihrem spielerischen Bewegungsdrang nachgingen und Eltern, die Warnungen im Bezug auf heiße Platten ignorierten, würden die Arbeit der Servierkräfte erschweren. Ja, ein Verhaltenskodex für Kinder in Restaurants wäre nicht schlecht. Wer sich daran hält, würde durchaus auch eine Belohnung verdienen.

Das findet auch die Verfasserin dieser Zeilen. Allerdings sind 4 Dollar ein bisschen wenig Rabatt für eine ganze Familie. Können wir uns auf 10 Euro einigen?

Nicht Nasebohren

Keine Selbstbedienung (beim Dessert)

Nicht einfach bei Tisch aufstehen (ohne zu Fragen)

Nicht beleidigt sein (=keinen Streit anfangen)

Aktuell