Der Berg ruft!

Pünktlich mit Beginn der Bergsportsaison kommt wieder Bewegung in die Klettersteigszene. Das Gehen auf Klettersteigen findet immer mehr Anhänger – und darum gibt's alle zwei Monate neue Steige zum Nachklettern.

Mödlinger-Klettersteig (NÖ)

Daten: Schwierigkeit B/C, ca. 125 hm; Gesamtzeit: 1 Stunde; Anmarsch zum Einstieg: 5 Minuten.



Die Anreise:
A2 Ausfahrt Mödling abfahren. Durch Mödling und die Klause nach Vorderbrühl fahren. Dort, wo die Straße direkt an die Felsen heranführt, kann man in einer Nebenstraße parken.



Kurzbeschreibung: Guter Anfängeklettersteig. Der Steig nützt die Felsformationen sehr gut aus, zwischen den Formationen gibt es nur kurzes, leichtes Gehgelände. Fast immer wunderschöner Ausblick auf die Umgebung.



Die Klettersteigroute: Die steile, plattige Einstiegswand (Schlüsselstelle) gerade hinauf (B/C), dann nach rechts (A) zu einem kleinen Überhang (B) queren. Danach auf einer schönen Plattenrampe (A/B) und einem ausgesetzten Band (A) linkshaltend zu einer exponierten Ecke auf dem Grat (schöner Rastplatz). Östlich des Grats geht es eben weiter (A) zu einem kurzen Gehgelände.

Anschließend kurzer Abstieg in eine Scharte (B). Steil aus dieser wieder hinauf (B) und schräg nach rechts weiter (A/B) zu einer ausgesetzten Querung (A/B). Durch eine kleine Scharte empor (A/B) zu einem luftigen Türmchen (schöner Rastplatz).


Entlang des Grats weiter (A) in den Wald. Mit roten Tafeln markiertes Gehgelände führt zum letzten, mit Eisenklammern gesicherten Aufschwung. Zuerst steil (B), dann flacher (A) zum Steigbuch und zum Ausstieg.



Rückweg:
15 Minuten; ganz kurz zum „Gipfel“ des Frauensteinbergs aufsteigen, rechts über den Wanderweg in den Graben vor der Burg. Durch diesen zum Promenadenweg.

Einen weiteren Klettersteig finden Sie auf Seite 2.

Die Schwierigkeitsgrade der Klettersteige

A – wenig schwierig: Einfach zu gehender Steig, das Gelände ist flach bis steil, felsig oder von Felsen durchsetzt, kurze ausgesetzte Passagen sind möglich.
Sicherung: Drahtseile, Ketten, Eisenklammern („Klampfen“) und vereinzelt kurze Leitern.
Das sollten Sie können: Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, etwas Grundkondition (hängt von der Länge der Tour ab).

B – mäßig schwierig: Einfach bis mäßig schwierig, teilweise anstrengender als A. Steileres Felsgelände, mit ausgesetzten Stellen ist auf jeden Fall zu rechnen.
Sicherung: Wie bei A, dazu Trittstifte, längere Leitern (auch senkrecht).
Das sollten Sie können: Wie bei A, allerdings bessere Kondition. Etwas Kraft und Ausdauer in Armen und Beinen ist wichtig.

C – schwierig: Größtenteils schwierig, anstrengend und Kräfteraubend. Steiles bis sehr steiles Felsgelände, meist nur kleine Tritte, längere bzw. sehr häufig ausgesetzte Passagen. Sicherung: Wie A/B, dazu oft längere und sogar überhängende Leitern; Klammern und Stifte können auch weiter auseinander liegen; in senkrechten Abschnitten manchmal auch nur ein Drahtseil.

D – sehr schwierig: Senkrechtes, oft überhängendes Gelände, meist sehr ausgesetzt und nur mit Stahlseil gesichert. Klammern und Stifte liegen oft weit auseinander. Das sollten Sie können: Große Armkraft, gute Steigtechnik, Topkondition.

E – extrem schwierig: Meist überhängendes Felsgelände, extreme Anforderungen an Kraft, Steigtechnik, Mut. Nur für erfahrene, top trainierte Kletterer.


Grünstein-Isidor-Klettersteig (S/Bayern)


Daten: Schwierigkeit C, ca. 700 hm; Gesamtzeit: 4,5 Stunden. Anmarsch bis zum Einstieg: 45 Minuten.


Die Anreise: Von Salzburg nach Berchtesgaden und weiter zum Königssee. Auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz beim See parken.



Kurzbeschreibung: Die „Direttissima“ über dem Königssee wird vermehrt Klettersteiggeher unter den Watzmann locken. Der Klettersteig wurde unten geschickt in zwei Varianten aufgeteilt, oben genießt man dann auf gemeinsam verlaufender Route den fantastischen Blick auf den malerischen Königssee. Krönender Abschluss ist die lange Hängebrücke. Genussklettersteiggeher steigen über die Isidor-Variante zur Hängebrücke auf und können nebenbei mitverfolgen, wie sich die Kletterer in der schweren Variante die Finger lang ziehen. Die sehr gut angelegte Steiganlage ist ein gelungener Mix aus vertikalem Drahtseilakt und landschaftlichem Hochgenuss.



Die Klettersteigroute (Isidor-Variante):
Vom Parkplatz zur Bobbahn Königssee, bei Kurve 4 der Bobbahn rechts über den Bach und auf einem Steig in Richtung Grünstein aufsteigen, bis eine Hinweistafel kommt. Dort auf einem Pfad zum Einstieg der leichten Isidor-Variante: Mithilfe von Klammern (B) erreicht man einen Turm (B bis B/C), der zum Beppo-Pfeiler (B/C) führt. Meist auf dem Grat wird mithilfe von Klammern (B) das Werner-Wandl (B/C) erreicht und bald danach der Weg der schwierigen Variante. Gemeinsam geht es weiter zur Kastner-Fritz-Traverse (B/C).

Mithilfe von Klammern (B) erreicht man einen Spreizschritt (B/C) und nach leichter Querung (A) den Sulzberg-Überhang (C). Nach einer steilen Wiese (A) und einer Querung (A) kommt man zum Quittenbaumeck (B). Nach einem Überhang (C) klettert man ein Stück (A/B) in eine Rinne ab. Am Steigbuch in der Anderl-Nische (A/B) vorbei und die Rinne hoch zum Bergkamm. Schließlich den Kamm entlang teilweise steil zum Gipfel aufsteigen, von dort zur Grünstein-Hütte.



Rückweg:
1 Stunde 15 Minuten; von der Hütte auf dem markierten Weg in Richtung Königssee, dann auf dem AV-Steig 445 hinunter zum Aufstiegsweg.

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