Der Badeanzug

Girlie oder Glamour-Queen? Ist Zeitgeist tragbar und wenn ja, wohin? Wie lautet die Antwort auf die ewige Frage: Steht mir der neueste Trend? Unsere Redaktionsspürnasen hängen für Sie ihre Nasen in den Fashion-Wirbelwind. Diesmal: Badeanzug.

Badeanzug von Birgit Urbanek

Der Honululu Strandbikini darf sich in diesem Sommer still unter einen Mangobaum setzen, denn der - Trommelwirbel - Badeanzug stellt alle knappen Zweiteiler in den Schatten. Mit der figurbetonten Form lenkt der Klassiker der Bademode von etwaigen Problemzönchen gekonnt ab und richtet die Blicke auf den eigentlichen Körpermittelpunkt: Das Dekolleté.
Ob einfärbig - schwarz oder im Knallfarbentrend - oder mit Blumen und sonstigen Mustern ist egal. Hauptsache der Einteiler sitzt.


BEWERTUNG

Tragbarkeit: Der Ort der passenden Inszenesetzung liegt wohl auf der Hand. Aber damit es auch wirklich keinen Zweifel gibt: Fehl am Platz ist der Badeanzug bei Hochzeiten und Todesfällen und allen anderen Eventualitäten, die nicht in Meer-, See- und Poolnähe stattfinden. (Auch bei einer Seebestattung sollten Sie den Einteiler lieber zu Hause lassen ...)

Sexyness: Aber hallo! Wer keinen Bauch zeigt, setzt auf einen schön definierten Ausschnitt. Und: Das alte Sprichwort „Auch ein schöner Rücken kann entzücken" erreicht in diesem Zusammenhang neue Dimensionen.

Aufrissfaktor: Die Toy-, äh Poolboys werden Schlange stehen und Sie werden nicht mehr wissen wohin mit den vielen Cocktails.

Business-Tauglichkeit: Beim Betriebsausflug zur schönen Adria oder zum Wolfgangsee werden Sie mit dem eleganten Einteiler auf alle Fälle best dressed sein.

Party-Tauglichkeit: Ein Must-have auf Poolparties mit Grillerei und allem was dazu gehört. Die stilsichere Diva trägt zusätzlich große Sonnenbrillen, einen (farblich abgestimmten) Sonnenhut und einen passenden Parero. Abgerundet wird der Look durch Flip Flops mit Absatz. Auch (wasserfester) Schmuck in Form von Ohrringen oder Halsketten ist erwünscht!

Trendyness: Zugegeben, der Klassiker wurde in letzter Zeit vernachlässigt. Aber in diesem Sommer trägt ausnahmslos jede, die etwas auf sich hält, dieses Trendteil.

Haltbarkeit: Er hält. Und hält. Und hält.

GESAMTWERTUNG:
Der Einteiler ist wie geschaffen für die stilbewusste Lady, die weiß, was (oder wen?) sie will. Mädis dürfen ihre Bäuche und dazugehörigen Piercings zeigen solange sie noch können.

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v.l.n.r.:
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Was kostet guter Stil? Ist Mode Ausdruck von Persönlichkeit und Freiheit oder strenges Diktat? Wollen wir auffallen oder einfach "nur" gut angezogen sein? Eine Gratwanderung zwischen Must-Haves, No-gos und der ewigen Frage nach dem richtigen Outfit.

Catherine Gottwald und Birgit Urbanek geben Ihnen auf dem Weg durch den Fashion-Dschungel sicheres Geleit - auch wenn die beiden nicht immer dieselbe Richtung einschlagen ...

Badeanzug von Catherine Gottwald

Na, heuer schon gut ge-Strand-ed? Was würden Sie denn auf eine einsame Insel mitnehmen? Den perfekten Mann, das perfekte Buch und den perfekten Badeanzug natürlich. Fast nackt und trotzdem gut angezogen. Swimm- und Beachwear, die verhüllt und veredelt. Richtig in Szene gesetzt macht dieser formgebende Figurschmeichler aus dem Pummelchen ein Vollweib, aus der flotten Athletin eine aerodynamische Medaillenhoffnung und aus der schlanken Strandschönheit eine Stilikone.


Wer braucht schon eine Bikinifigur, wenn er sich einen Badeanzug kaufen kann? Einteiler haben nur zwei kleine Nachteile: Man wird am Bauch NICHT braun und es kann ganz schön kalt werden, wenn man sich nach dem Baden nicht sofort einen neuen anzieht ...


BEWERTUNG

Tragbarkeit: Auf dem Cover der US-Vogue, am Strand von Cannes und beim Schwimmen im Kärntner Weissensee. Kein Kleidungsstück ist gleichzeitig so praktisch und trotzdem Haute Couture.

Sexyness: Für all jene, die sich im klassischen Badeanzug zu zugedeckt fühlen, denen ein Dekolleté bis zum Bauchnabel nicht reicht und auch asymmetrische Schnitte noch zuwenig nackte Haut zeigen, gibt es eine geradezu schamlos aufreizende Variante: Der Badeanzug mit Cut-Outs. Scharfe Schnitte an strategisch günstigen Stellen geben frech den Blick auf Traumkörper frei. Esther Williams hätte sich niemals auf so neckische Körperdarbietungsspielchen eingelassen.

Aufrissfaktor: Fragen Sie doch nicht uns, sondern Pamela Anderson! Ihre ganze Karriere basiert schließlich auf dem Tragen eines roten Badeanzuges.

Business-Tauglichkeit: Wunderbar für hauptberufliche Wassernixen wie Rettungsschwimmerinnen, Turmspringerinnen, Pool-Kellnerinnen und Schwimmlehrerinnen.

Party-Tauglichkeit: Pareo, Sarong oder Kaftan drüber und die Party geht ab!

Trendyness: Einfärbig (weiß) mit (Blumen)Dekor im Marilyn Monroe-Gedächtnislook ist der Hingucker der Sommersaison 2011.

Haltbarkeit: Klassiker ohne Verfallsdatum.

GESAMTWERTUNG:
Mein Gesamturteil: Lady.
Die Dame von Welt benötigt ungeteilte Aufmerksamkeit.

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