Der amerikanische Kongress ist jetzt so weiblich wie noch nie zuvor!

Zum 116. Mal wurden am Donnerstag die Mitglieder des US-amerikanischen Kongresses eingeschworen. So weiblich und divers war es "on the hill" noch nie!

Es war historisch. Noch nie zuvor haben die US-amerikanischen WählerInnen so viele Frauen und Minderheiten ins Amt gewählt, wie bei den Midterms im vergangenen November. Besonders das Repräsentantenhaus ist weiblicher, diverser und potentiell ungemütlicher für den US-Präsidenten, der sich nun neuen Machtverhältnissen und einem geteilten Kongress gegenübersieht. Am Donnerstag wurden die neuen Abgeordneten in ihr Amt geschworen und bilden den buntesten Kongress der US-amerikanischen Geschichte.

127 Politikerinnen sitzen nun ganz offiziell im Kongress. 102 der 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses und 25 der 100 Senatsmitglieder sind weiblich. Insgesamt ergibt das einen Frauenanteil von 24 Prozent. Im Sinne der Gleichstellung ist das immer noch keine berauschende Zahl, aber hey: Es ist die höchste der Geschichte.

Weiblich und: divers!

Die Politikerinnen sind dabei keineswegs nur weiß, heterosexuell und christlich. Ihre Diversität sorgt für jede Menge „erster Male“: Noch nie zuvor saßen weibliche Nachkommen der amerikanischen Ureinwohner im Kongress, jetzt sind es zwei. Die Bundesstaaten Massachussetts und Connecticut entsenden erstmals Schwarze Frauen in den Kongress. Zwei Abgeordnete sind mit 29 Jahren die jüngsten der Geschichte, zwei die ersten Muslimas.

… aber vor allem: Demokratinnen

Nur eines fällt auf: Diese Frauen sind meistens Demokratinnen. Im Senat sitzen 17 Demokratinnen und acht Republikanerinnen. Im Repräsentantenhaus ist der Unterschied noch größer: Während 89 der 235 demokratischen Abgeordneten weiblich sind, ging die Zahl der Politikerinnen bei den Republikanern von 23 auf 13 zurück, von insgesamt 199 republikanischen Abgeordneten. Auch historisch erstaunlich, wie der Journalist Ryan Strunk auf Twitter zusammenfasst:

Nancy Pelosi vs. Donald Trump

US-Präsident Donald Trump stehen mit den neuen Machtverhältnissen turbulentere Zeiten bevor. Die Republikaner konnten im Senat ihre kleine Mehrheit zwar leicht ausbauen, im Repräsentantenhaus aber haben ab jetzt die Demokraten das Sagen. Sie können die Regierung nun blockieren, müssen aber aufpassen, eine Balance zu finden um vor den nächsten Präsidentschaftswahlen nicht als Blockierer dazustehen. Das wird die Aufgabe von Nancy Pelosi, der neuen Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, sein. Die zeigt sich gleich kampflustig und schließt ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump nicht aus. Für den Präsidenten könnte es jetzt ungemütlicher werden.

 

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