Deos ohne alles

Aluminium, Parabene, Alkohol, Parfum. Die Suche nach einem Deo „ohne alles“ entpuppt sich für WIENERIN.at-Redakteurin Victoria als Spießroutenlauf durch sämtliche Drogeriemärkte. Kann doch nicht so schwer sein, auf gewisse Inhaltsstoffe zu verzichten – oder etwa doch?

Unzählige Studien über schädliche oder doch harmlose Wirkungen diverser Inhaltsstoffe sorgen - auch bei mir - für Verwirrung. Sind Parabene schädlich? Steht Aluminium tatsächlich im Verdacht, krebserregend zu sein? Ich verfolge die Diskussion seit Jahren und bin doch nicht schlauer als früher. Alles nur Panikmache oder doch eine Vertuschungsaktion? Und warum gibt fast kein Antitranspirant, dass eben keine weiße Streifen und/oder gelbe Flecken hinterlässt?

Ich versuche bewusst zu konsumieren. Ich will wissen, woher mein Essen kommt und woraus es besteht - und ich will wissen, was in meinen Beauty-Produkte steckt. Auch, weil meine Haut schnell gereizt reagiert. Seit einigen Jahren verbringe ich deshalb regelmäßig viel Zeit vor dem Deo-Regal, studiere die Angaben der Inhaltsstoffe, vergleiche Produkte und gehe am Ende unzufrieden aus dem Geschäft. Denn was ich suche, ist schwer zu finden. Ich will in meinem Deo weder Parfum, Alkohol, Parabene, noch Aluminiumsalze.

Gute oder schlechte Inhaltsstoffe?

Warum, das ist schnell erklärt:

  • Ich habe eine empfindliche Nase... Der Geruch vieler Deos ist derart intensiv, dass kein zusätzlich getragenes Parfum dagegen ankommt. Ein neues parfumhaltiges Deo ausprobiert und schon nach dem zweiten Tag habe ich das Gefühl, in einer Duftwolke zu wandeln, die meinen und den Geruchssinn meiner Mitmenschen belästigt.
  • Alkohol auf gereizter Haut? Hat schon zu so manch schmerzhaften Erfahrungen geführt, die ich künftig lieber vermeiden will.
  • Weiße Streifen auf der Kleidung? Die habe ich wirklich satt und glaube mittlerweile keinem Werbeslogan mehr, der gegenteiliges verspricht.
  • Parabene und Aluminiumsalze? Bei beiden sind sich Experten nicht einig, ob und in welcher Konzentration diese Inhaltsstoffe gesundheitsschädlich sind, die Entstehung von Brustkrebs fördern oder hormonell wirken - oder ob sie eigentlich komplett harmlos und unbedenklich sind - zumindest in der Konzentration, in denen sie in Kosmetika vorkommen. Oder sind am Ende jene Ersatzstoffe, die statt den als Konservierungsmittel eingesetzen Parabenen verwendet werden, nicht bedenklicher?


Erst kürzlich hat das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung eine Stellungnahme veröffentlicht, in der grundsätzlich die Aufnahmemenge von Aluminium kritisch betrachtet wird. Aluminiumsalzhaltige Deos könnten dazu führen, dass die toleriebare Aluminiumaufnahmemenge überschritten wird - denn wir nehmen bereits über Lebensmittel hohe Mengen an Aluminium auf. Verzichtet man auf Alu-haltige Deos und Kosmetika, könne man diese Gesamtmenge reduzieren, so die Experten. Einen Zusammenhang zwischen der Aluminiumaufnahme durch Deos und der Alzheimer-Krankheit oder Brustkrebs sei bisher aber aufgrund nicht ausreichender Daten einfach nicht nachweisbar, wird betont und auf weiteren Forschungsbedarf hingewiesen.

Wer suchet, der findet (nicht)...

Wieder eine Aussage, die fragende Konsumenten nicht weiterbringt. Bis sich die Wissenschafter einig sind, übe ich mich deshalb einfach im Verzicht. Was nicht einfach ist. Denn trotz einer unglaublichen Fülle an Produkten in jeder Drogerie, gibt es kaum ein Produkt, das meinen Anforderungen entspricht. Einzelne Inhaltsstoffe auszulassen ist einfach, auf alle zu verzichten aber kaum möglich.

Das perfekte Deo habe ich bis heute nicht gefunden, aber ich suche weiter...

Hier einige Deos, die auf einzelne Inhaltsstoffe verzichten:

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