Demokratinnen setzen bei Trump-Rede Zeichen für Frauenrechte

Bei Trumps Rede zur aktuellen Lage der Nation sind die demokratischen Frauen zum wiederholten Mal ganz in weiß gekleidet erschienen. Nancy Pelosi zerriss zur Krönung des Abends Trumps Redemanuskript.

Nancy Pelosi zeigt zerrissenes Manuskript

Gestern Abend hielt Präsident Donald Trump zum dritten Mal seine jährliche Rede zur aktuellen Lage der USA: Dabei betonte er den stets wachsenden Wohlstand und beteuerte, das Beste würde erst kommen. Interessanter als die erwartbaren Äußerungen Trumps war die Garderobenwahl der demokratischen Frauen, sowie eine dramatische Geste von Repräsentantenhaus-Sprecherin Nancy Pelosi.

Weiße Kleidung als Zeichen für Frauenrechte

Die Suffragetten, welche sich Anfang des 20. Jahrhunderts für Frauenrechte, insbesondere das Frauenwahlrecht einsetzten, machten weiße Kleidung (vor allem in den USA) zum Zeichen der Frauenrechtsbewegung. So trug auch Hillary Clinton während der Präsidentschaftsdebatte und Trumps Einführung weiß. Ein stiller, aber nicht weniger ausdrucksstarker Protest der US-Demokratinnen gegen Gender Inequality.

Nancy Pelosi zerreißt Manuskript

Den Boss-Move des Abends lieferte aber eindeutig Repräsentantenhaus-Sprecherin Nancy Pelosi (wie ihre demokratischen Kolleginnen ebenfalls in weiß gekleidet): Bevor Trump mit seiner Rede begann, reichte er seiner Widersacherin an der Spitze des Abgeordnetenhauses die Mappe mit dem Redemanuskript. Wie es das Protokoll vorschreibt, reichte Pelosi Trump daraufhin die Hand – anstatt ihr auch die Hand zu geben, wandte sich dieser jedoch brüsk ab. Das ließ Pelosi nicht auf sich sitzen: Als Trump seine Rede beendet hatte und dabei war das Pult zu verlassen, zerriss die Demokratin hinter ihm stehend mit langsamen Handbewegungen das Manuskript und brachte auf diese Weise deutlich ihre Verachtung zum Ausdruck.

Andere erschienen gar nicht

Einige Demokrat*innen, die im vergangenen Jahr noch Weiß trugen, entschieden sich, heuer gar nicht mehr zu Trumps State oft the Union-Rede zu erscheinen, darunter Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez. Online erklärte sie, sie werde der Zeremonie nicht beiwohnen, da Präsident Trump "gesetzwidriges Verhalten und einen Umsturz der Verfassung" verübt habe. "Nichts davon ist normal und ich werde es nicht legitimieren", postete Ocasio-Cortez auf ihrem Twitter-Account.

 

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