Demenz

Über 100.000 Betroffene gibt es derzeit in Österreich - Tendenz steigend: Demenz ist mittlerweile zur Volkskrankheit geworden, die auch Angehörige stark in Mitleidenschaft zieht. Was die Erkrankung bedeutet, wie Sie vorbeugen und vor allem damit umgehen können, das erfahren Sie hier!

Langsam schleicht es sich ein: Man vergisst eine Einkaufsliste, den Geburtstag des Partners, kann sich nicht mehr auf die täglichen TV-Nachrichten konzentrieren, das Kreuzworträtsel wird zur Herausforderung.... Dass die Gedächtnisleistungen mit dem Alter schwächer werden, ist ganz normal. In vielen Fällen handelt es sich dabei aber um erste Anzeichenvon Demenz.

Demenz

Acht bis 13 Prozent aller Menschen über 65 Jahren leiden bereits an dieser Volkskrankheit. Bei den über 90-Jährigen sind es sogar 40 Prozent. Zwei Drittel davon sind Frauen. Tendenz steigend: Wenn man Studien von Experten Glauben schenkt, soll sich die Anzahl aufgrund der Überalterung der Gesellschaft bis 2050 verdoppeln. Schon heute ist Demenz der häufigste Grund für eine Einweisung ins Pflegeheim.

Mehr als nur Vergesslichkeit

Das Wort Demenz kommt aus dem Lateinischen und ist eine Verbindung aus "abnehmend" und "ohne Geist". Genau darum geht es bei der Erkrankung: Es handelt sich um eine Verringerung der kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten. Dabei ist Demenz nicht der Begriff für eine Krankheit, sondern eine Reihe von Erkrankungen.


Auch wenn die genauen Ursachen noch immer nicht zur Gänze geklärt sind, handelt es sich in über 50 % der Fälle um Alzheimer-Erkrankungen. Dabei werden die Funktion der Nervenzellen durch Eiweißablagerungen behindert, was in den für Merkfähigkeit verantwortlichen Hirnregionen zu einem Mangel am aktivierenden Botenstoff Acetylcholin führt.

Wie Sie Demenz erkennen können, erfahren Sie auf Seite 2 >>

Demenz

Es gibt typische Anzeichen einer Demenz:

  • Vergesslichkeit
  • unpräzises Denken, Konzentrationsstörungen
  • Schwierigkeiten beim Planen komplexerer Abläufe (Packen für einen längeren Urlaub, Organisieren eines Familienfestes)
  • Orientierungslosigkeit
  • Sprachstörungen
  • eingeschränktes Urteilsvermögen Persönlichkeitsveränderungen
  • Antriebsverlust


Die Symptome können, müssen aber nicht zur selben Zeit auftreten. Meist handelt es sich um einen Entwicklungsprozess der Krankheit.

Langwierige Diagnose

Aufgrund der vielfachen Anzeichen ist es oft schwierig, eine eindeutige Diagnose zu stellen. Sehr häufig wird der Beginn einer Demenz zum Beispiel mit Depression verwechselt. Auch organische, psychische und Gefäßerkrankungen oder andere Ursachen müssen ausgeschlossen werden. Geriater (Spezialisten für Altersheilkunde), Neurologen und Psychiater sowie Gedächtnis-Ambulanzen sind für eine Diagnose die richtigen Anlaufstellen.

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Ist die Diagnose Demenz gestellt, gibt es für den Betroffenen keine Heilung, jedoch vielfältige Therapie-Möglichkeiten, um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Ziel sowohl der medikamentösen Therapie als auch eines Hirnleistungstrainings ist es, dass der Patient so lange wie möglich seinen Alltag meistern kann.


Worauf Angehörige achten müssen und wie Sie Demenz vorbeugen, lesen Sie auf Seite 3 >>


Demenz-Kranke stellen oft eine große Belastung für die Angehörigen dar, die gerade in der Anfangszeit meist die Betreuung übernehmen.

Achten Sie deshalb als Angehöriger darauf:

  • Über- oder unterfordern Sie den Betroffenen nicht! Lassen Sie ihn so lange Dinge tun, die er machen kann, um sein Selbstbewusstsein zu fördern sowie die Selbstständigkeit zu erhalten.
  • Demenz-Kranke benötigen viel Nähe, Fürsorge und das Gefühl, dass jemand für sie da ist. Auch Körperkontakt kann helfen.
  • Eine ausgewogene, vitamin- und fischölreiche Ernährung mit reichlich Flüssigkeit ist wichtig.
  • Erleichtern Sie Demenz-Patienten die Orientierung durch einen gut strukturierten Tagesablauf.
  • Nutzen Sie ergänzende und alternative Betreuungs-Angebote von Sozialeinrichtungen.
  • Erkundigen Sie sich nach einer Selbsthilfe- oder Angehörigengruppe in Ihrer Nähe und lernen Sie aus den Erfahrungen anderer.
  • Seien Sie liebevoll: Mit dem Kranken und sich selbst, denn eine Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung z.B. ist kein Versagen, sondern verantwortungsvolles Handeln.

Demenz-Vorbeugen

An Medikamenten gegen Alzheimer wird zwar gearbeitet - bis es aber soweit ist, kann es noch Jahre dauern. Ein Geheimrezept gegen die Erkrankungen gibt es nicht. Allerdings kann eine gesunde Lebensweise mit Sport und ausgewogener Ernährung vorbeugend wirken.

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