Dating: Warum ist es so wichtig, Grenzen zu setzen? Und wie mache ich das überhaupt?

Immer wieder hört man, wie unabdingbar klare Grenzen für eine funktionierende Beziehung sind. Aber wie gehe ich das in der Realität an?

Dating: Warum ist es so wichtig, Grenzen zu setzen? Und wie mache ich das überhaupt?

Ob in der Familie, in Freundschaften oder im Arbeitsumfeld: Seine persönlichen Grenzen zu kennen und diese auch klar zu benennen, ist extrem wichtig. Gerade auch in romantischen bzw. sexuellen Beziehungen ist Grenzen setzen ein notwendiges Tool, um toxischen Verhältnissen zu entgehen, sicherzugehen, dass die eigenen Bedürfnisse nicht zu kurz kommen und die eigene (psychische) Gesundheit und Sicherheit zu wahren.

Wie setze ich Grenzen in meiner Beziehung?

Grenzen zu setzen, kann uns emotional, mental aber auch finanziell schützen, erklärt die klinische Psychologin Sheva Assar, PhD gegenüber Cosmopolitan. In romantischen Beziehungen erlauben sie uns, uns sicher und respektiert zu fühlen und gleichzeitig Individualität zu bewahren, wenn man eine Bindung mit jemand anderem eingeht, so die Psychologin.

Erst mal sei es wichtig, sich genau zu überlegen, was einem in einer Beziehung bzw. im Leben allgemein wichtig ist, so Assar. Sie empfiehlt, sich zu fragen: Womit fühle ich mich wohl? Womit nicht? Was möchte ich mit meinem*r Partner*in teilen? Wie weit darf er*sie gehen?

Tipp: An vergangenen Beziehungen orientieren

Falls es schwer fällt, diese Fragen zu beantworten, so könne es helfen, sich an vergangene, gescheiterte Beziehungen zu erinnern und zu überlegen, was damals nicht so gut funktioniert hat bzw. was man sich von der anderen Person gewünscht hätte. "Möglicherweise ist es damals zu Ende gegangen, weil eine unserer Grenzen überschritten worden ist bzw. was uns wichtig war, vom anderen nicht respektiert wurde".

Das klingt ja schön und gut, denkt ihr jetzt vielleicht, aber wie setze ich das in der Realität um? Berechtigte Frage! Hier ein paar Beispiele um das Ganze ein bissi anschaulicher zu machen:

  • "Ich sage dir gerne, welche Pläne ich für die kommende Woche habe und wann ich in etwa wo sein werde, meine Location möchte ich aber nicht teilen".
  • "Ich freu mich, wenn wir regelmäßig schreiben und uns gegenseitig updaten - während ich in der Arbeit bin, kann ich mich aber nicht melden".
  • "Ich verbringe sehr gerne Zeit mit dir, aber ich brauche immer noch ein paar Stunden/Tage für mich".
  • "Ich bin gern mit dir intim, aber in der Öffentlichkeit mag ich es nicht, zu viele Zärtlichkeiten auszutauschen".

So, jetzt habt ihr schon einmal einen ersten Eindruck, wie das mit den Grenzen tatsächlich ausschauen kann. Um das Thema noch ein bisschen besser zu verstehen und zu wissen, wo man den überhaupt ansetzen soll, sei es laut Beziehungsexpert*innen hilfreich, sich auf drei große Bereiche zu fokussieren, und zwar:

1. Kommunikation

Wie oft und auf welche Art und Weise wollen wir miteinander kommunizieren? Telefonieren wir täglich? Wie oft wollen wir uns sehen? Wollen wir einander immer Bescheid geben, wo wir sind und welche Pläne wir haben? Diese Fragen möglichst rasch zu klären, kann helfen, Missverständnisse und Diskussionen zu vermeiden.

2. Intimität

Jede*r Mensch hat andere Bedürfnisse, Vorlieben und Arten, seine Sexualität zu leben und Intimität zu spüren. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, auch hier ehrlich und direkt zu kommunizieren und abzuklären, womit sich alle Beteiligten wohlfühlen und wo die Grenzen liegen - und diese in der Folge auch unbedingt zu respektieren und den*die Partner*in nicht zu Dingen zu drängen, mit denen er*sie sich unwohl fühlt.

3. Zukunft

Klar müsst ihr nicht beim 1. Date darüber sprechen, wie viele Kinder ihr wollt und wie ihr euch eure Pension vorstellt. Dennoch kann es euch viele Nerven und Energie ersparen, gewisse Lebensvorstellungen eher früher als später anzusprechen und klar miteinander zu kommunizieren, was man sich von einem*r Partner*in erhofft und wie man sich den Verlauf der Beziehung vorstellt oder wünschen würde. Gerade, ob man lieber ein exklusives Beziehungsverhältnis möchte oder doch lieber wechselnde Sexualpartner*innen hätte, sollte abgeklärt werden.

Was tun, wenn mein*e Parnter*in meine Grenzen nicht respektiert?

Bemerkst du, dass dein*e Partner*in deine Bedürfnisse nicht ernstnimmt und Grenzen überschreitet, so sei es in der Regel die beste Lösung, die Beziehung zu beenden, sagt Therapeutin Sarah Jackson auf cosmopolitan.com. Unabhängig davon, ob es sich um etwas Frisches handelt oder die Beziehung schon einige Jahre besteht - die persönlichen Grenzen des*r anderen sollten jedenfalls respektiert und eingehalten werden, damit es funktionieren kann. Vor allem, wenn das Gegenüber dich unsicher oder nicht wertgeschätzt fühlen lässt, solltest du überlegen, ob du diese Beziehung wirklich weiter führen oder Hilfe von außen zu Rate ziehen möchtest, rät Assar.

 

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