Dating: Singles auf der Suche wollen politische Gemeinsamkeit

Laut einer aktuellen Studie ist einem Großteil der Singles wichtig, dass der*die Partner*in eine ähnliche politische Einstellung hat. Seht ihr das auch so?

Dating: Suchende wollen politische Gemeinsamkeit

Hobbys, Aussehen, Humor - geht es ums Dating sind uns allen unterschiedliche Dinge mehr oder weniger wichtig. Eine aktuelle Untersuchung der Online-Partnervermittlung Gleichklang hat sich damit auseinandergesetzt, welche Rolle die politische Einstellung für Singles auf der Suche spielt - mit recht eindeutigem Ergebnis.

Studie in 2 Schritten

In einer ersten qualitativen Untersuchung freier Schilderungen wurden zunächst die wichtigsten Gründe für oder gegen die Bedeutung politischer Übereinstimmung in partnerschaftlichen Beziehungen herausgearbeitet (971 Befragte zw. 18 und 82 Jahren).

In einer nachfolgenden quantitativen Umfrage wurde die Häufigkeit der genannten Gründe erfasst und es wurden Einflüsse von Geschlecht, Alter und Bildungsstand untersucht (1088 Befragte zw. 18 und 80 Jahren).

Politische Gesinnung ist Grundwert

Ganze 84 % der Befragten gaben in den freien Schilderungen an, dass Übereinstimmung in politischen Einstellungen für ihre Partner*innenwahl wichtig sei. Nach den Gründen dafür befragt, kristallisierten sich vier Faktoren heraus:

  • Politische Einstellungen sind Grundwerte: Politischen Einstellungen hängen mit ethischen Grundwerten zusammen, die in einer Partnerschaft geteilt werden sollten.
  • Erleichterung eines gemeinsamen Lebensstils: Bei ähnlichen politischen Grundeinstellungen ist es leichter, in einer Beziehung einen mit den eigenen Überzeugungen konsistenten gemeinsamer Alltag und Lebensstil aufzubauen.
  • Vermeidung von Konflikten und Verbesserung der Harmonie: Tiefgreifende Differenzen in einer Beziehung führen zu vermehrten Konflikten und reduzierter Harmonie.
  • Gemeinsames politischen Engagement möglich: Bei ähnlichen politischen Ansichten können sich Paare besser gemeinsam politisch engagieren.

Ein paar Differenzen sind okay

Jemanden zu finden, der in allen politischen Fragen genau die gleiche Einstellung hat, wie man selbst, stellt sich als schwierig dar. Tatsächlich ist das den meisten Singles aber auch gar nicht so wichtig: Ein paar Differenzen in unterschiedlichen Themen sehen die meisten als total in Ordnung an. Wichtig ist, dass man weitestgehend übereinstimmt. Im Zuge der Befragung ließen sich fünf Hauptargumente erkennen:

  • Nur Gegensätze schließen sich aus: Unterschiedliche politische Meinungen sind vorwiegend dann für eine Beziehung ein Problem, wenn diese komplett gegensätzlich und insofern nicht miteinander vereinbar seien.
  • Nur extreme Ansichten unerwünscht: Politische Unterschiede sind erlaubt, lediglich extreme oder extremistische Ansichten jeder Art und Weise oder Richtung ein Problem.
  • Menschenverachtende oder gefährliche Positionen scheiden aus: Für eine Beziehung belastend sind insbesondere menschenverachtende oder gefährliche Einstellungen, wie Rechtsradikalismus, Rassismus, Antisemitismus oder die Leugnung des Klimawandels.
  • Hauptsache politisch Interessiert: Das wichtigste sind nicht die konkreten Meinungen, sondern dass beide Beziehungspartner*innen an Politik interessiert sind und darüber miteinander diskutieren wollen.

16 % ist politische Gesinnung nicht wichtig

Die qualitative Untersuchung zeigte, dass rund 16 Prozent der Singles auf Partner*innensuche keinen Wert auf politische Übereinstimmung legen. Diese argumentierten vorwiegend folgendermaßen:

  • Toleranz ist wesentlich: Politische Meinungen dürfen sich unterscheiden, sofern Toleranz und Respekt vorhanden seien.
  • Unterschiede bereichern: Politische Differenzen können eine Beziehung bereichern und Lernprozesse anregen.
  • Miteinander sprechen: Solange die Beziehungspartner*innen miteinander reden können, sind politische Unterschiede kein Problem.
  • Politik ist schlecht: Politik ist etwas Schlechtes, Böses oder jedenfalls nicht beeinflussbar. Es ist daher besser, wenn in Beziehungen gar nicht über Politik gesprochen wird und sich Beziehungspartner*innen auf ihren Alltag und unpolitische Themen beschränkten.
  • Jeder soll eigenständig sein: Das Streben nach einer gemeinsamen politischen Meinung ist Harmoniesucht oder totalitär. Beziehungspartner*innen sollten unabhängig voneinander sein und alles tun, sagen oder denken dürfen, was sie wollen.

Bei der quantitativen Befragung gaben sogar nur 6,8% der Befragten an, eine solche Übereinstimmung für eher unwichtig, 1,0% für unwichtig und nur 0,3% für komplett unwichtig zu halten. Demografische Unterschiede (Alter, Geschlecht, Bildung, etc.) spielten bei den Ergebnissen eine überraschend geringe Rolle.

Wie mit Unterschieden umgehen?

Die Studie setzte sich auch mit der Frage auseinander, wie bzw. ob der Umgang mit Differenzen funktionieren kann. Dabei zeigte sich:

  • 72,7% der Befragten bejahten die Aussage, dass Toleranz eine Bewältigung politischer Gegensätze ermögliche.
  • 56,1% waren der Ansicht, dass politische Differenzen dann unproblematisch seien, wenn Beziehungspartner*innen gemeinsam reden können.
  • 18,1% warnten vor einem Streben nach zu starker Übereinstimmung in Form von Harmoniesucht oder totalitären Einstellungen.
  • 15,7% der Befragten bezeichneten politische Unterschiede als Bereicherung.
  • Lediglich 1,9% der Befragten vertragen die Position, Beziehungspartner*innen sollten sich von Politik fernhalten, weil diese böse oder nicht beeinflussbar sei.
 

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