Das war die WIENERIN Erste Bank Lounge zum Thema "Zukunftsvorsorge"

Jede(r) kann vorsorgen! Wie Frau sich einen finanziellen Polster schaffen kann und welche gesellschaftlichen Veränderungen nötig sind, diskutierte die WIENERIN am 03. Juni mit einem hochkarätig besetztem Podium.

Dass das Thema Pensionsvorsorge so überraschend unterhaltsam sein kann, durften die 150 geladenen Gäste bei der WIENERIN Erste Bank Lounge am neuen Erste Campus erfahren. Neben viel Humor brachte das Podium aber auch Argumente und Beispiele mit, die demonstrierten, dass das Thema Pension doch gegenwärtiger ist, als viele sich’s wünschen.

Ungleichheit

Die durchschnittliche Pension für Frauen beträgt 864 Euro monatlich. Männer beziehen im Schnitt 1.410 Euro Pension – also 49 Prozent mehr als Frauen.
„Männer sind ohnehin im Vorteil, da für sie lebenslang gesorgt wird. Ab ihrem 20. Lebensjahr befinden sie sich kontinuierlich auf Pflegestufe 1–2“, konstatiert der Pensionsexperte und Direktor der Webster University Dr. Bernd Marin augenzwinkernd.
In Hinblick auf die Witwenrente meint er: „Es zahlt sich jedenfalls aus, den Mann zu überleben. Ein geschlechterneutrales Pensionsgesetz mit gleichem Pensionsantrittsalter für Mann und Frau, wie es der Europäische Gerichtshof verpflichtend vorsieht, würde einen wesentlichen Beitrag zur Gleichberechtigung in Österreich leisten und die Frauen stärken.“
Dass die Anhebung des Pensionsalters in Österreich jedoch problematisch sein kann, macht Stadträtin Sonja Wehsely deutlich und verweist dabei auf die hohe Arbeitslosenquote im gehobenen Alter: „Hier sind dringend die Unternehmen gefragt, ihre Politik zu ändern“, sagt Wehsely.
Marin ergänzt zusätzlich, dass nicht nur ältere Menschen betroffen sind, und bringt ein erschreckendes Beispiel: „In Salzburg wurde eine 33-jährige (!) Friseurin als unvermittelbar eingestuft – da zu alt!“

Armutsfalle Scheidung

Rund 70 Prozent der Frauen sind im hohen Alter von ihrem Mann abhängig und ohne Partner armutsgefährdet. Bei einer Scheidung stehen sie vor dem Nichts.
Kristina Venturini-Köck empfiehlt daher, auch in der Ehe vorzusorgen, sei es mit einer Lebensversicherung, einer geheimen „Kriegskassa“ oder einer Art Pensionssplitting – aber Vorsicht, auch Verträge geben keine hundertprozentige Erfolgsgarantie. Die wichtigste Grundregel sei daher, „bei der Partnerwahl selektiv vorzugehen und dann erst zu heiraten“, so die Wiener Top-Anwältin. Denn 90 Prozent ihrer Klienten wussten bereits vor der Eheschließung, dass es nicht der Tod sein wird, der sie scheidet!

Vorsorge ist leistbar

„Vorsorgen kann man mit einer Prüfungsvorbereitung vergleichen: Beginnt man zu spät, geht es sich nicht mehr aus“, betont Erste Bank-Vorstand Thomas Schaufler und beruhigt zugleich, denn auch mit kleinen Beträgen monatlich ist man gut abgesichert. „Vorsorgen ist leistbar – man muss nur das Bewusstsein schaffen und sich gut beraten lassen“, so Schaufler.

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