Das war die WIENERIN Erste Bank Lounge zum Thema "Rechtfertigen für Karriere?"

Am 10. Dezember diskutierte die WIENERIN mit hochkarätig besetztem Podium zum Thema Frauen und Karriere.

Bis spät in die Nacht hätte man noch diskutieren können – die WIENERIN Erste Bank Lounge zum Thema „Frauen und Karriere“ sorgte für viel Emotion bei den Speakern und den über 150 geladenen Gästen. Am Podium diskutierte WIENERIN-Chefredakteurin Barbara Haas mit Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Gundi Wentner, Gründungspartnerin Deloitte Human Capital Österreich, Andrea Groh, Director of Sales bei Gewista und Claudia Höller, Erste Bank Vorstand Österreich über das spannende Thema.

Überqualifiziert und unterbezahlt – ein Schicksal, das viele Frauen im Job­alltag nur zu gut kennen. Wo sind die weiblichen High Potentials unseres Landes geblieben? Warum ist die Chefetage noch immer ein Männerclub? Welchen Grenzen begegnen Frauen auf der Karriereleiter und was braucht es eigentlich, damit wir die Frage der Vereinbarkeit von Kind und Karriere erst gar nicht stellen müssen? Mit diesen spannenden Themen konfrontierte WIENERIN-Chefredakteurin Barbara Haas das Podium, bestehend aus erfolgreichen Frauen, die sich im Leben ­eines nicht nehmen haben lassen: den Mut.

Ungeänderte Situation im konservativen Österreich


Dass das Thema „Frauen und Karriere“ im Jahr 2016 noch immer so brisant ist wie vor 20 Jahren, beweist, dass sich im Land doch nicht so viel geändert hat. Österreich ist konservativ und weit entfernt von den Vorbildern Frankreich und Schweden. Familie und Beruf sind bei uns immer noch schwer vereinbar, denn ausreichend Krippenplätze, flexible Arbeitszeiten und unkomplizierte Karenzmodelle sind leider noch lange keine Selbstverständlichkeit. Wenn Andrea Groh, Director of Sales bei Gewista, an ihre Zeit als Jungmutter zurückdenkt, kann sie heute nur sagen: „Gott sei Dank hab ich den Horror hinter mir!“ Nicht nur die Doppelbelastung, auch der Umgang mit Frauen, die gleichzeitig Karriere und Kind schaukeln, ist oft ungerecht: „Wer früh wieder ins Arbeitsleben einsteigt, fällt unter die Kategorie ,Rabenmutter‘. Männer, die einen Monat lang in Karenz gehen, sind schon Superhelden – das kann doch nicht sein!“

Veränderung geht nur mit Quote

„Aber es ist nicht nur der Kinderwunsch, der sich in diesem System als karrierehemmend erweist, noch immer bestimmen männliche Elitezirkel, wie Toppositionen besetzt werden“, so Erste Bank-Vorstand Claudia Höller. Auch für Bundesministerin Heinisch-Hosek, die sich einen raschen Fortschritt in der gezielten, strukturellen Frauenförderung wünscht, ein brennendes Thema. Ein Umdenken in der Unternehmenspolitik ist für sie unerlässlich: „In einem traditionsbehafteten Land wie Österreich lässt sich der Frauenanteil in Führungspositionen bedauerlicherweise nur mit einer Quote erhöhen.“

Für unsere Rechte kämpfen

Für Gundi Wentner sind nicht nur Systemfehler und Rollenklischees schuld an der Misere. Auch die Frauen selbst sind hier in die Verantwortung zu nehmen: „Wo sind die Frauen, die für ihre Anliegen auf die Straße gehen? Ich sehe keine. Frauen müssen sich gegenseitig besser unterstützen und dürfen sich bei der Gestaltung ihres Lebens nicht entmutigen lassen!“

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