Das Teufelsweib

Uma Thurman ist nach einer Göttin benannt. Wir trafen die Schauspielerin in Dubai, wo sie einen neuen Duft präsentierte und mit uns über ihre inneren Dämonen und Fleischgelüste sprach.

Uma Thurman ist nicht happy. „Ich hasse Klimaanlagen“,stöhnt sie,als sie die Suite des Hotels One And Only in Dubai betritt, wo unser Interview stattfinden soll. „Hier ist es wie in einem Kühlhaus. Davon wird man doch krank!“ Auch für Dubai selbst kann sich die hochgewachsene Hollywoodschauspielerin kaum erwärmen. „Eine sehr seltsame Stadt“, antwortet sie kurz angebunden auf die Smalltalk-Frage, wie ihr denn die City gefiele. Zum Glück hellt sich ihre Miene auf, als sie bemerkt, dass wir aus Österreich kommen. „Austria great! I luuuv it“, ruft sie und erzählt von ihrer letzten F.X.-Mayr-Kur in Kärnten. Den Namen der Klinik verrät sie nicht. Schließlich ist sie nicht hier, um ein Hotel zu promoten, sondern den neuen Duft Ange ou Démon le Secret Elixir von Givenchy, für den sie Testimonial ist.

Was gefällt Ihnen am neuen Duft von Givenchy?

Ich mag ihn, weil er zart und leicht ist. Ich bin ziemlich geruchsempfindlich. Wenn etwa Frauen in den Aufzug steigen und nach Moschus oder billigen chemischen Blütendüften stinken, halte ich das gar nicht aus. Givenchy legt großen Wert auf natürliche Inhaltsstoffe. Das gefällt mir. Die hölzernen Noten erinnern mich an die ätherischen Öle, die ich immer verwende, um meine Nerven zu beruhigen. Deshalb trage ich Ange ou Démon le Secret Elixir auch selbst.

Das sollten Sie auch – schließlich machen Sie Werbung dafür.

Nicht unbedingt. Es hält mir ja keiner eine Pistole an den Kopf (lacht).

Uma Thurman

Gab es Situationen in Ihrem Leben, in denen Ihre eigenen inneren Dämonen gesiegt haben?

Wenn dem so wäre, würde ich wohl nicht hier sitzen. Ich mag den Begri „Dämon“ übrigens nicht. Aber mit der Namenswahl hatte ich nichts zu tun. Im Mittleren Osten ist das Wort „Dämon“ übrigens aus religiösen Gründen nicht erlaubt. Deswegen hat das Parfum dort auch einen anderen Namen. Frei übersetzt heißt es „Engel und Fremder“. Das gefällt mir persönlich fast besser. Es klingt total sexy (lacht).


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Uma Thurman, 41, wurde in Boston geboren und ist zweifache Mutter. Bereits mit 15 Jahren verfolgte sie ihren Traum, Schauspielerin zu werden, schmiss die Schule und zog nach New York. Dort machte sie zuerst als Model Karriere, um dann mit dem Film Gefährliche Liebschaften ihren internationalen Durchbruch als Schauspielerin zu feiern.

Wann fühlen Sie sich sexy ?

Ich bin 183 Zentimeter groß, deswegen trage ich selten High Heels. Aber wenn, fühle ich michgenauso sexy wie mit Lippenstift. Ich mag es außerdem, wenn mir ein toller Designer für eine Filmpremiere ein Kleid auf den Leib schneidert. Die schulterfreien Roben sind dabei echte technische Meisterwerke.Wenn man dann topgestylt den Red Carpet betritt, wird man Teil eineswunderschönen Moments. Das Ganze ist ein unglaublicher Luxus und gleichzeitig billige Unterhaltung für die Massen. Aber wenn man mich fragt, ob es wichtig für mein Leben ist, dann ist die Antwort eindeutig „Nein!“.

Was ist Ihnen denn wichtig?

Ich bin verrückt nach meinen Kindern. Sie dürfen alles. Meine Tochter darf sogar meine Sachen aus dem Kleiderschrank stehlen. Mittlerweile sind wir sogar so weit, dass sie mir Stylingtipps gibt.

Wer sind Ihre Stilikonen?

Charlotte Gainsbourg – sie ist so elegant. Gleichzeitig ist sie cool und so losgelöst von allen Trends. Karl Lagerfeld ist so voll von „joie de vivre“. Ich beneide und verehre ihn. Und Jackie O. ist für mich die Verkörperung des amerikanischen Stils. Sie sieht auf Bildern immer so gesund aus.

Was hassen Sie ?

Ich verabscheue den Geruch des Todes.

Wo haben Sie den denn gerochen?

Den riecht man zum Beispiel in Indien auf der Straße. Bei uns eher in Krankenhäusern und beim Fleischhauer.

Sind Sie Vegetarierin?

Ich versuche es wirklich, aber ich liebe Steaks mit Knoblauchbutter. Aber wenn ich daran denke, wie unmenschlich die Tiere dafür sterben müssen, wird mir schlecht. Ich sollte vielleicht endlich einmal in einem Schlachthaus arbeiten, um mir das Fleischessen abzugewöhnen.

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